Ungesundes in der "Quengelzone"

Supermarkt-Kassen umzingelt von Süßigkeiten, Alkohol und Tabak

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

:newstime

So viel Alkohol trinken Deutsche im Jahr

Videoclip • 01:39 Min • Ab 12


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Direkt an ihren Kassen bieten mehr als 80 Prozent der Lebensmittel- und Drogeriemärkte in Deutschland Süßigkeiten zum Kauf an. Auch Tabak und Alkohol sind dort besonders oft prominent platziert. Das ergab eine Analyse.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Handel nimmt mehrheitlich keine Rücksicht auf die Gesundheit seiner Kundschaft.

  • Das zeigt ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg.

  • Demnach werben 80 Prozent aller Läden mit Süßigkeiten an ihren Kassen, mit Alkohol und/oder Tabak.

Während die Kundschaft an der Kasse im Supermarkt ansteht, fällt der Blick automatisch auf die Ware, die rundherum ausliegt. Wie die Verbaucherzentrale Hamburg in einer Stichprobe ermittelte, finden sich dort äußerst selten Gesundes. Stattdessen bieten die Läden Süßigkeiten an, aber auch Tabak und Alkohol.

Die gezielte Platzierung dieser gesundheitlich bedenklichen Produkte solle gezielt zum Kauf verleiten, schlussfolgert der aktuelle Marktcheck. Insbesondere für Eltern mit kleinen Kindern oder Menschen mit Suchterkrankungen sei dies ein Problem.

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Verbraucherschutz wird dem Umsatz geopfert

Nur wenige Händler bieten gesunde Alternativen wie Nüsse oder Nuss-Frucht-Mischungen in der sogenannten Quengelzone an, heißt es weiter in der Analyse. Die Verbraucherschützer:innen sehen jedoch den Handel in der Pflicht. Supermärkte und Discounter sollten Verbraucher:innen dabei unterstützen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen..

Untersucht wurden 82 Kassenbereiche in 22 Geschäften. Darunter befanden sich Supermärkte, Discounter, Biomärkte und Drogerien. Das Ergebnis zeigte eindeutig: Ungesunde Produkte prägen das Bild an den Kassen. Süßwaren gehören demnach beinahe zum Standard: In mehr als 80 Prozent der untersuchten Kassenbereiche waren sie präsent. Bei mehr als der Hälfte der Handelsketten (6 von 11) lagen sogar bei jeder Kasse Süßigkeiten in der Qungelzone. Eine Ausnahme bildete demnach lediglich die Drogeriekette dm. Sie verzichtete der Stichprobe zufolge im Kassenbereich vollständig auf Süßigkeiten und sonstige Lebensmittel.

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Tabak, Alkohol und Süßes griffbereit an den Kassen

Auch Tabak wie Zigaretten, Zubehör und Vapes gehören in vielen Geschäften zum festen Sortiment im Kassenbereich. An mehr als der Hälfte aller untersuchten Kassen fand die Verbraucherzentrale entsprechende Produkte. In den Märkten von Penny und Aldi lag der Anteil sogar bei 100 Prozent.

Ähnlich sah es bei alkoholischen Getränken aus. Diese standen in den meisten untersuchten Märkten direkt griffbereit an der Kasse. Beim Discounter Penny wurde Alkohol sogar an sämtlichen überprüften Kassen angeboten. Die Drogerien Budni, dm und Rossmann sowie der Biomarkt Alnatura gaben keine alkoholhaltigen Getränke im Sortiment. Die Biomärkte Denn’s und Alnatura sowie dm bieten auch keine Tabakwaren an.

Eine große Mehrheit der Deutschen lehnt die Platzierung von Alkohol, Tabak und Süßwaren in der Kassenzone von Supermärkten ab. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), meldet das Portal "spielen-und-lernen.online". Jeweils drei Viertel der Befragten sprachen sich dagegen aus, dass Supermärkte Alkohol und Süßwaren im Kassenbereich platzieren. Im Falle der Tabakwaren lehnen zwei Drittel diese deutschlandweit gängige Praxis ab.


Verwendete Quellen:

Verbraucherzentrale Hamburg: "Quengelzone: Süßigkeiten, Alkohol und Tabak dominieren an Supermarktkassen"

Nachrichtenagentur dpa

spielen-und-lernen.online: "Große Mehrheit gegen Quengelware im Kassenbereich"

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