Belastete Produkte

Speisesalz bei Öko-Test: Günstiges Salz erhält Bestnote

Aktualisiert:

von Michael Reimers

"Öko-Test" hat Speisesalz geprüft.

Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn


Lediglich in fünf von 20 untersuchten Speisesalzen hat Öko-Test keine unerwünschten Stoffe gefunden. Analysiert wurden Produkte mit zugesetztem Jod, die teilweise auch mit Fluorid angereichert waren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Verbraucherschutzmedium "Öko-Test" hat Speisesalze untersucht.

  • Lediglich fünf der 20 getesteten Produkte waren unbedenklich.

  • Getestet wurde auf gesundheitsgefährdende Stoffe wie Arsen, Blei und PFAS sowie zugesetzte Rieselhilfen.

Öko-Test hat Speisesalz untersuchen lassen. Analysiert wurden 20 Speisesalze mit Jodzusatz, darunter zwei zertifizierte Bio-Produkte. Wie das Verbraucherschutz-Medium auf seiner Website mitteilt, stieß das beauftragte Labor im Test der Speisesalze auf Arsen. Das giftige Halbmetall kann nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in anorganischer Form schon in geringen Mengen Tumore auslösen. Bei langfristiger Aufnahme seien Hautschäden sowie Entwicklungs- und Nervenstörungen beobachtet worden.

Sobald die gefundene Menge den in der Europäischen Union gültigen Höchstgehalt für Gesamtarsen in Salz zu mehr als der Hälfte ausschöpft, vergibt Öko-Test Minuspunkte. Das war bei einem Speisesalz-Produkt der Fall. Dabei handelt es sich um ein jodiertes Meersalz mit zugesetzten Algen: das Naturata Atlantik Meersalz mit jodhaltigen Algen. Vermutet wird, dass die Algen für den erhöhten Wert verantwortlich sind, da diese natürlicherweise Jod, aber eben auch Arsen anreichern können. Das zeige, meldet "Chip.de", dass sich auch bei Bio- und Spezialsalzen ein kritischer Blick lohne, wenn Algen oder andere Zusätze beigefügt sind.

Günstiges Speisesalz erhält Bestnote von Öko-Test

Zu den von Öko-Test als "sehr gut" bewerteten Salzen gehören dem Bericht zufolge überwiegend um feinkörnige Meersalze mit Jodzusatz, die weder erhöhten Schwermetall-Gehalt noch andere unerwünschte Stoffe aufweisen. Auffällig sei, dass einige dieser Testsieger aus dem unteren bis mittleren Preissegment stammen. Zu den mit der Bestnote beurteilten Produkten gehören: Alnatura Meersalz mit Jod feinkörnig (0,99 Euro / 500 g) und Saphir Meersalz jodiert (0,79 Euro / 500 g).

Die Mehrzahl der beanstandeten Speisesalze enthielt die Rieselhilfe Natriumferrocyanid (E 535), damit das Salz nicht klumpt und sich besser streuen lässt. In Bio-Salz ist E 535 nicht erlaubt, ansonsten jedoch schon. Öko-Test weist jedoch darauf hin, dass in Tierversuche bei hohen Aufnahmemengen Nierenschäden beobachtet wurden, und stuft den Zusatzstoff deshalb als umstritten ein. Theoretisch könnte sich sogar Blausäure daraus abspalten, so Öko-Test weiter. Dafür bräuchte es aber den Kontakt zu stärkeren Säuren als Essig oder Magensäure, weshalb das nicht zu erwarten sei.


Verwendung von jodiertem Salz generell sinnvoll

Nichts auszusetzen hatten die Tester:innen an dem Zusatz von Jod im Speisesalz. Die gesetzlich vorgegebene Menge von 15 bis 25 Milligramm Jod pro Kilogramm Salz halten alle untersuchten Produkte ein. en. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, neben dem Verzehr jodhaltiger Lebensmittel jodiertes Speisesalz zu verwenden, um Jodmangel entgegenzuwirken.

"Wenn Speisesalz verwendet wird, dann sollte es mit Jod und Fluorid angereichert sein", sagt Silke Restemeyer von der DGE der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die DGE rät, am Tag maximal sechs Gramm Speisesalz zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa einem Teelöffel. Zu viel Salz lässt das Risiko für Bluthochdruck steigen und erhöht damit auch das Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die natürlichen Jodgehalte heimischer Lebensmittel wie Meeresfisch, Milch und Eier reichen nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zufolge nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Jod-Versorgung der Bevölkerung in Deutschland zeige einen rückläufigen Trend, so die DGE. Eine längerfristige Unterversorgung mit dem lebenswichtigen Spurenelement könne jedoch zu Funktionsstörungen der Schilddrüse führen. Mit Fluorid angereichertes Salz helfe zudem, der Entstehung von Karies an den Zähnen vorzubeugen.

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Verwendete Quellen:

oekotest.de: "Speisesalz im Test: Nur fünf sind frei von umstrittenen Stoffen"

chip.de: "Umstrittener Zusatzstoff: Deshalb wertet ÖKO-TEST viele Speisesalze ab"

Nachrichtenagentur dpa

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