Was man zum Wechsel wissen muss
Private Krankenversicherung: Das ändert sich 2027 für Gutverdiener
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Linnemann: Zusatzbeitrag kann 2027 stabil bleiben (15. Oktober)
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Ab 2027 steigen die Einkommensgrenzen für Beiträge und den Zugang zur privaten Krankenversicherung deutlich. Wer dadurch wechseln kann – und warum ein Wechsel gut überlegt sein sollte.
Das Wichtigste in Kürze
Die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze sollen 2027 deutlich steigen.
Ein Rückweg von der PKV in die GKV kann möglich sein, ist aber an Voraussetzungen und meist an die Altersgrenze von 55 Jahren gebunden.
Auch vor einem Wechsel in die PKV sollten einige Punkte ganz genau beachtet werden.
Zum Jahreswechsel 2027 ändern sich wichtige Grenzen in der Krankenversicherung. Das betrifft vor allem Beschäftigte mit höherem Einkommen. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt nach Angaben von "BR24" von 69.750 auf 76.500 Euro im Jahr. Bis zu dieser Grenze werden Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung berechnet. Der monatliche Wert steigt von 5.812,50 auf 6.375 Euro.
Davon zu unterscheiden ist die Versicherungspflichtgrenze. Sie entscheidet, ab welchem regelmäßigen Jahreseinkommen Angestellte grundsätzlich aus der Versicherungspflicht herauskommen und eine private Krankenversicherung (PKV) wählen können. Diese Grenze soll 2027 von 77.400 auf 84.150 Euro steigen. Wer darunter liegt, bleibt als Arbeitnehmer:in grundsätzlich gesetzlich versichert, heißt es in dem Bericht weiter.
Auch in den News:
Höhere Grenze kann Rückweg in gesetzliche Krankenkasse öffnen
Die neue Grenze kann auch für Menschen wichtig werden, die bereits privat versichert sind. Sinkt ihr Einkommen dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze, kann grundsätzlich wieder Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entstehen. Ein Wechsel zurück ist jedoch meist nur möglich, wenn die betroffene Person jünger als 55 Jahre ist. "BR24" weist zugleich auf Ausnahmen hin: Für bestimmte bereits privat Versicherte gelten Bestandsschutz-Regeln und abweichende Grenzwerte. Wer am 31. Dezember 2026 privat versichert ist, kann sich unter Umständen von der Versicherungspflicht befreien lassen.
Familie und Leistungen mitbedenken
Auch die persönliche Lebensplanung spielt eine Rolle. In der PKV kostet jedes Familienmitglied grundsätzlich einen eigenen Beitrag; eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es dort nicht. Je nach Tarif können Privatversicherte etwa Anspruch auf ein Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer, bestimmte zahnärztliche Leistungen oder kürzere Wartezeiten bei Fachärzt:innen haben. Diese Leistungen sind aber nicht in jedem Vertrag gleich. "BR24" betont: "Es gibt nicht 'die eine PKV'", sondern unterschiedliche Tarife.
Für Singles und kinderlose Paare mit dauerhaft hohen Einkommen kann die PKV laut "Westfälischem Anzeiger" (WA) interessant sein. Für Familien oder Menschen mit unsicherem Einkommen kann die Rechnung anders aussehen. Zudem ist der Rückweg in die gesetzliche Versicherung im höheren Alter stark eingeschränkt. Der "WA" beruft sich auf die "Finanztip"-Warnung, wonach ein Wechsel "in aller Regel eine Entscheidung fürs Leben" sei. Vor einer Entscheidung sollten Versicherte deshalb Leistungen, Selbstbeteiligungen und Beiträge im Alter vergleichen. Wer einen Rückwechsel erwägt, sollte die eigenen Voraussetzungen direkt bei einer gesetzlichen Krankenkasse prüfen lassen.
Verwendete Quellen:
BR24: "So kommen Privatversicherte 2027 in die gesetzliche Krankenkasse"
WA: "PKV statt GKV: Was Gutverdiener vor dem Krankenkassen-Wechsel wissen sollten"
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