Rechte Hetze
Was für ein Käse: Neue Milram-Verpackung sorgt für Shitstorm
Aktualisiert:
von Joachim VonderthannScheibenkäse der Firma Milram in einer Kühltheke.
Bild: IMAGO/Frank Sorge
Milram setzt mit neuen Käseverpackungen auf bunte Illustrationen und Vielfalt. Im Netz können viele User:innen nicht damit umgehen: Es hagelt Kritik und Boykottaufrufe.
Seit August fallen die Käseverpackungen von Milram durch ein neues, farbenfrohes Design auf. Die Illustrationen zeigen lachende Gesichter, Picknick-Szenen und Menschen mit verschiedenen Hautfarben. Das Design-Magazin "Page" lobt die Verpackungen ausdrücklich: Die Gestaltung lege ein "besonderes Augenmerk auf Vielfalt und Gemeinschaft". Milram selbst beschreibt die limitierte Edition als "echten Hingucker und ein Statement für unseren Markenwert Gemeinschaft", wie "Focus Online" berichtet.
Neues Milram-Design sorgt für Wirbel
Für die Gestaltung der zehn exklusiven Designs arbeitete Milram mit den Künstler:innen Josephine Rais (Berlin), Daniela Pollehn (Hamburg) und Moritz Adam Schmitt (Köln) zusammen. Die neuen Verpackungen sollen laut Milram "Farbe ins Kühlregal und deinen Frühstückstisch" bringen und sind bis Oktober erhältlich. Doch die farbenfrohen Illustrationen sorgen nicht nur für Begeisterung.
Boykott-Aufruf gegen Käse-Hersteller
In sozialen Netzwerken wie der Plattform "X" trendet der Hashtag #milramboykott. Kritiker:innen bemängeln vor allem die Farbwahl und die Darstellung von Menschen mit dunkler Hautfarbe wird als rassistisch beklagt. Ein Nutzer schreibt etwa: "Mich haben sie als Kunden verloren." Andere Kommentare wie "Keine politische Pädagogik im Kühlschrank, danke" oder "Milram vertreibt seinen Käse jetzt in einer woken Design-Edition" verdeutlichen die teils heftige Ablehnung.
Andere Social-User verteidigen Aktion
Doch es gibt auch ironische Gegenreaktionen: Einige Nutzer:innen machen auf die Umweltproblematik aufmerksam. So heißt es etwa: "Die Gestaltung der Verpackung ist euer Problem? Nicht das viele Plastik? Ernsthaft?" Auch die Aussage "Käseverpackungen sind jetzt Kulturkampf!" zeigt, dass die Debatte über das Design polarisiert.
Auch in den News:
Milram bedauert rassistischen Shitstorm
Das Deutsche Milchkontor (DMK), zu dem Milram gehört, betont, dass die Verpackungen bewusst unpolitisch gestaltet wurden. Pressesprecherin Vera Hassenpflug erklärt bei "Focus Online": "Die Verpackungen zeigen illustrierte Menschen und stehen für das, was Milram ausmacht: Gemeinschaft und Genuss." Weiter betont DMK: "Die Gestaltung spiegelt visuell die Vielfalt unserer Gesellschaft wider – nicht mehr und nicht weniger." Leider werde die Aktion "von einzelnen Gruppen auf ihren einschlägigen Internetforen genutzt, um diskriminierende und rassistische Inhalte zu verbreiten."
Hassenpflug verweist zudem darauf, dass DMK ein Unternehmen mit Mitarbeiter:innen aus mehr als 50 Nationen sei: "Wir stehen für Respekt, Vielfalt und ein wertschätzendes Miteinander – und verurteilen jede Form von Diskriminierung."
Die Künstler:innen der Designs haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Verwendete Quellen:
"Focus Online": "Wegen neuer "woker" Käseverpackung tobt das Netz – jetzt äußert sich Hersteller"
"Bild": "Wer regt sich über so einen Käse auf?
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