Neue Regeln

Neobroker im EU-Visier: Was das Aus für billige Trades für Anleger bedeutet

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

Anleger:innen sind wegen eines neuen EU-Verbots für Neobroker:innen besorgt. (Symbolbild)

Bild: Adobe Stock


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Ein Euro pro Trade – dieses Versprechen hat Millionen Anleger:innen angezogen. Doch ab Juli 2026 greift die EU in das Geschäftsmodell der Neobroker:innen ein. Müssen Investor:innen jetzt mit höheren Kosten rechnen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Billige Trades haben Neobroker:innen groß gemacht.

  • Doch ein EU‑Beschluss stellt dieses Erfolgsmodell infrage.

  • Ab Juli 2026 müssen sich Anleger:innen auf Veränderungen einstellen.

Was jahrelang als Revolution für Kleinanleger:innen galt, steht vor einem Einschnitt. Extrem günstige Wertpapierkäufe, wie sie Neobroker:innen populär gemacht haben, könnten bald Geschichte sein. Ein EU‑Beschluss stellt das bisherige Preismodell infrage – und verunsichert laut "Focus Online" viele Anleger:innen.

Ab Juli 2026 greift die Europäische Union in den Markt ein und untersagt ein zentrales Provisionsmodell vieler Neobroker:innen. Künftig dürfen Broker:innen kein Geld mehr dafür erhalten, dass sie Kauf‑ und Verkaufsaufträge ihrer Kund:innen an bestimmte Handelsplätze weiterleiten.

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Warum greift die EU ein?

Im Mittelpunkt steht das sogenannte Payment for Order Flow (PFOF) – ein Provisionsmodell, das vor allem Neobroker:innen nutzen.

So funktioniert PFOF:

  • Du kaufst oder verkaufst Aktien oder ETFs über deinen Broker

  • Der Broker leitet den Auftrag an einen Handelsplatz weiter

  • Dafür erhält er eine Rückvergütung vom Handelsplatz

  • Deine Order bleibt günstig – oft bei einem Euro oder sogar kostenlos

Die EU sieht in dem Modell ein Problem. Broker:innen erhalten Geld für die Weiterleitung von Aufträgen. Dadurch könnten andere Interessen wichtiger werden als der beste Preis für Anleger, so die Befürchtung. Deshalb verbietet die EU diese Praxis künftig.

Drohen jetzt deutlich höhere Gebühren?

Viele Anleger:innen zeigten sich im Netz besorgt.

Die häufigsten Befürchtungen:

  • Ordergebühren steigen auf fünf bis zehn Euro

  • Kleine Investitionen lohnen sich kaum noch

  • Besonders junge Anleger:innen verlieren den günstigen Zugang zur Börse

Wie "finanztip.de" bereits im März berichtete, sind drastische Preissprünge eher unwahrscheinlich. Der Ratgeberdienst verweist darauf, dass Neobroker:innen zwar eine wichtige Einnahmequelle verlieren würden, ihre Geschäftsmodelle aber nicht zwangsläufig vollständig auf höhere Gebühren umstellen müssten.


Wie es für Anleger weitergeht

Laut "finanztip.de" sind nach den neuen EU-Regeln drei Szenarien denkbar.

  • Leicht höhere Gebühren: zum Beispiel zwei oder drei Euro statt bisher einem Euro pro Order

  • Neue Tarifmodelle: kostenlose Sparpläne nur für bestimmte ETFs kostenpflichtige Premium‑Optionen

  • Kaum Veränderungen: Broker:innen finden andere Wege, sich zu finanzieren

Zur Einordnung: Selbst 2 Euro mehr pro Kauf würden bei einem monatlichen ETF‑Sparplan rund 24 Euro im Jahr ausmachen, rechnet "finanztip.de" vor und gibt Entwarnung.

Auch in den News:

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

finanztip.de: Neues Gesetz ab 1. Juli – wird Dein Depotanbieter jetzt teurer?

Focus Online: EU greift Neobroker an – 1-Euro-Trades stehen vor dem Aus

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