Chefwechsel beim iPhone-Konzern
Vom Ingenieur zum Apple-CEO: Das ist Cook-Nachfolger John Ternus
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
Apple-Chef Tim Cook tritt ab
Videoclip • 31 Sek • Ab 12
Ab September 2026 wird Hardware-Chef John Ternus neuer CEO von Apple. Wer ist der Ingenieur, der auf Tim Cook folgt – und vor welchen Aufgaben steht er?
Das Wichtigste in Kürze
John Ternus ist seit 2001 bei Apple, leitete zuletzt als Senior Vice President die Hardware-Entwicklung und wird im September 2026 Tim Cook als CEO ablösen.
Der Maschinenbauingenieur war an zentralen Produkten wie iPhone, iPad, Mac und AirPods beteiligt, trieb den Umstieg auf Apple‑eigene Chips voran und steht für robuste, energieeffiziente und klimafreundlichere Hardware.
Als neuer Apple-Chef muss Ternus vor allem den Rückstand bei KI‑Funktionen aufholen und die Abhängigkeit der Produktion von China verringern.
Wenn Tim Cook Anfang September vom Chefsessel bei Apple wechselt und Executive Chairman des Verwaltungsrats wird, rückt ein Mann ins Rampenlicht, den viele Kund:innen bisher nur aus Keynotes kennen: John Ternus. Der 50‑Jährige arbeitet seit rund 25 Jahren bei Apple und gilt als leiser, aber einflussreicher Architekt hinter vielen Geräten, die heute zum Alltag gehören.
Ternus ist gelernter Maschinenbauingenieur. Er studierte an der University of Pennsylvania und arbeitete zunächst bei der Firma Virtual Research Systems, bevor er 2001 zu Apple kam – damals noch ins Produktdesign-Team unter Steve Jobs.
Aufstieg vom Ingenieur zum Hardware-Chef
Seine Karriere bei Apple verlief typisch für einen intern geschätzten Spezialisten: vom Ingenieur zum Manager. 2013 wurde Ternus zum Vizepräsidenten für Hardware Engineering befördert, 2021 zog er als Senior Vice President ins engste Führungsgremium ein. Seitdem verantwortet er die Entwicklung fast aller physischen Produkte des Konzerns – iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, AirPods, Apple Vision Pro und mehr.
Unter seiner Führung entstanden neue Produktlinien wie iPad und AirPods weiter, vor allem aber zahlreiche Generationen von iPhones und Macs. Beim Mac half Ternus, die Plattform in eine neue Phase zu führen: weg von Intel‑Chips hin zu Apple-eigenen Prozessoren. Die aktuellen MacBook‑Modelle mit Apple Silicon gelten als leistungsstark und stromsparend – ein wichtiger Faktor für den Erfolg im Premium-Segment.
Cooks Wunsch-Nachfolger aus den eigenen Reihen
Dass Ternus nun CEO wird, ist das Ergebnis einer länger geplanten Nachfolge. Der Apple‑Verwaltungsrat beschloss den Wechsel einstimmig. Cook bleibt bis Ende August im Amt und will seinen Nachfolger in der Übergangsphase eng begleiten. Anschließend soll er als Executive Chairman vor allem die Kontakte zu Politik und Regierungen pflegen – auch zu US‑Präsident Donald Trump, mit dem er in den vergangenen Jahren ein pragmatisches Verhältnis aufgebaut hat.
In der offiziellen Mitteilung lobt Cook Ternus als jemanden, der "den Kopf eines Ingenieurs, die Seele eines Innovators und das Herz, mit Integrität zu führen" habe. Ternus selbst sagt, er sei "zutiefst dankbar, Apples Mission weitertragen zu dürfen" und verweist darauf, dass er fast seine gesamte Laufbahn bei Apple verbracht habe – zuerst unter Steve Jobs, dann unter Tim Cook als Mentor.
KI-Rückstand und China-Abhängigkeit als größte Baustellen
Als neuer CEO erbt Ternus ein Unternehmen im Rekordformat: Unter Cook ist Apple vom 350‑Milliarden‑Dollar‑Konzern zu einem Vier-Billionen‑Unternehmen gewachsen, mit über 2,5 Milliarden aktiven Geräten, mehr als 500 Stores und einem Service-Geschäft, das alleine einem großen DAX-Konzern entspricht.
Doch die Herausforderungen sind erheblich. Zum einen steht Apple unter Druck, seine Strategie bei Künstlicher Intelligenz zu schärfen. Wettbewerber wie Google oder Samsung werben aggressiv mit KI‑Funktionen in ihren Geräten. Apple hat zwar sein Paket "Apple Intelligence" angekündigt, liegt mit seinem Sprachassistenten Siri aber sichtbar hinter Diensten wie ChatGPT oder Gemini zurück. Ternus muss dafür sorgen, dass iPhone und Co. in der KI‑Ära konkurrenzfähig bleiben – ohne den Qualitätsanspruch zu verletzen.
Zum anderen bleibt die starke Abhängigkeit von China ein Risikofaktor. Ein Großteil der iPhones und anderer Produkte wird weiterhin dort gefertigt. Neue Zölle oder politische Spannungen zwischen Washington und Peking könnten Lieferketten empfindlich treffen. Ternus muss deshalb Wege finden, Produktion und Zulieferer breiter aufzustellen – ohne die Effizienz zu verlieren, die Apple so profitabel gemacht hat.
Auch in den News:
Kandidat der Kontinuität – mit Tüftler-Mentalität
Analyst:innen sehen in Ternus einen "Kandidaten der Kontinuität". Er kennt die Kultur des Unternehmens genau und hat bewiesen, dass er komplexe Hardware-Projekte vom Konzept bis zur Massenfertigung führen kann. Unter seinem Einfluss wurden Geräte robuster, reparaturfreundlicher und klimafreundlicher – etwa durch neue Aluminiumlegierungen aus Recyclingmaterial oder 3D‑gedruckte Bauteile in der Apple Watch Ultra.
Ob er auch als Gesicht der Marke und strategischer Denker in einer Ära von KI, Regulierung und geopolitischen Spannungen überzeugen kann, muss sich zeigen. Die Skepsis erinnert manche Beobachter:innen an die Zeit, als Cook selbst Steve Jobs nachfolgte. Auch damals wurde bezweifelt, ob ein sachlicher Manager ohne Kultfigur-Image Apple erfolgreich führen könne – bis die Zahlen das Gegenteil bewiesen.
John Ternus tritt in große Fußstapfen. Seine technische Handschrift prägt Apple bereits seit Jahren. Ab Herbst wird sich zeigen, ob aus dem Hardware-Tüftler auch ein CEO wird, der den Konzern sicher durch das nächste Technologie‑Kapitel steuert.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Apple: "Tim Cook to become Apple Executive Chairman John Ternus to become Apple CEO", "Apple Vorstand John Ternus"
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