Mega-Börsengang
Experten warnen Privatanleger vor SpaceX-Aktienkauf
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Run auf SpaceX-Aktien vor Börsengang
Videoclip • 01:27 Min • Ab 12
Privatpersonen sollten Vorsicht beim Kauf von Aktien von SpaceX walten lassen. Dazu raten Expert:innen. Der US-Raumfahrtkonzern erwägt, bis zu 30 Prozent seiner Aktienemission für Kleinanleger:innen in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zu reservieren.
Das Wichtigste in Kürze
Expert:innen sehen Risiken für Privatanleger:innen beim geplanten SpaceX-Börsengang.
Im Gegensatz zu institutionellen Investor:innen mangele es ihnen meist in puncto Risikobewertung.
Das avisierte Kurs-Umsatz-Verhältnis von SpaceX sei extrem hoch.
Vor dem geplanten Börsengang des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX am 12. Juni haben Expert:innen Privatpersonen vor den Risiken des Aktienkaufs gewarnt. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen erwägt demnach, bis zu 30 Prozent der Aktienemission im Volumen von 75 Milliarden Dollar für Kleinanleger:innen unter anderem in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zu reservieren. Ingsesamt werden bietet 555,6 Millionen Aktien zu einem Festpreis von jeweils 135 Dollar angeboten, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Wie es bei Reuters weiter heißt, berichten Banken von einem beispiellosen Interesse. Hingegen weisen Beobachter:innen darauf hin, dass Privatanleger:innen im Gegensatz zu institutionellen Investoren oft die Ressourcen zur Risikobewertung fehlten.
Auch in den News:
Musk: Habe gutes Gefühl bei den Umsatzprognosen
Im Zentrum der Bedenken steht dem Bericht zufolge die avisierte Firmenbewertung von 1,75 Billionen US-Dollar. "Es handelt sich um ein Unternehmen, das enorme Verluste macht, und bei dem Kurs, zu dem es an den Markt kommt, liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 100, was extrem hoch ist (...) Normalerweise gilt ein Verhältnis von etwa zwei bis drei als sehr gut", sagte Finanzprofessor Meziane Lasfer von der Londoner Bayes Business School der Nachrichtenagentur.
Zudem berge der geringe Streubesitz von weniger als fünf Prozent sowie das Fehlen von Stimmrechten Gefahren. Reuters zufolge rieten auch zwei weitere Wissenschaftler und ein Verbraucherschützer Privatanleger:innen zur Vorsicht. Er habe ein gutes Gefühl bei den Umsatzprognosen, hatte hingegen am Donnerstag (4. Juni) SpaceX-Chef Elon Musk erklärt. Die Einnahmen seien viel berechenbarer geworden.
SpaceX reserviert Kleinanleger:innen 30 Prozent seiner Aktien
Nach Einschätzung von Reuters gilt der Börsengang von SpaceX für den europäischen Kapitalmarkt als wichtiger Test. Der Anteil des in Wertpapieren gehaltenen Vermögens in Privathaushalten liegt in der Europäischen Union bei lediglich 17 Prozent. In den USA seien 43 Prozent.
Die Beteiligung von Privatanleger:innen an Börsengängen ist in Europa in den vergangenen Jahren selten geworden. So gab es bei den 15 größten britischen Börsengängen im Jahr 2021 nur bei dem Essenslieferanten Deliveroo eine Tranche für Kleinanleger:innen. Dessen Aktienkurs war am ersten Handelstag jedoch um bis zu 30 Prozent eingebrochen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
Nachrichtenagentur dpa
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