Großer Schritt
Hypersonica startet durch: Münchner Start-up testet Hyperschallrakete
Aktualisiert:
von Michael ReimersDas Start-up Hypersonica hat nach Unternehmensangaben am 3. Februar die erste europäische Hyperschallrakete getestet.
Bild: Hypersonica/dpa
Europa startet durch: Ein deutsch-britisches Start-up testet erstmals eine Hyperschallrakete, die über 7.400 km/h erreicht. Ein Schritt zur europäischen Raketensouveränität?
Das Wichtigste in Kürze
Ein deutsch-britisches Start-up hat Europas erste privat finanzierte Hyperschallrakete getestet.
Der Prototyp HS1 erreichte Mach 6 und flog 300 Kilometer weit.
Bis 2029 soll die Rakete serienreif sein und Europa eine eigene Hyperschall-Fähigkeit geben.
Ein deutsch-britisches Start-up namens Hypersonica hat erstmals eine europäische Hyperschallrakete erfolgreich getestet. Der unbewaffnete Prototyp HS1 startete am 3. Februar vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya und erreichte eine beeindruckende Geschwindigkeit von Mach 6 (über 7.400 km/h).
Durchbruch für europäische Raumfahrt
Die Rakete legte eine Strecke von 300 Kilometern zurück und soll bis 2029 serienreif sein. Mit diesem Test überrascht das 2023 gegründete Unternehmen die Fachwelt, da bisher nur wenige Staaten wie China, Russland und die USA über Hyperschalltechnologie verfügen oder diese entwickeln.
Die mehrere Meter lange und über eine Tonne schwere Rakete wurde vom Unternehmen mit Hauptsitz in München und einer Tochtergesellschaft in London entwickelt. Technische Details hält Hypersonica allerdings unter Verschluss.
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Militärische Bedeutung
Hyperschallraketen gelten aufgrund ihrer extrem hohen Geschwindigkeit als schwer abzufangen. Russland hat nach eigenen Angaben bereits solche Waffen im Ukraine-Krieg eingesetzt. Militärexpert:innen diskutieren seit Jahren, ob und wie diese Technologie die militärischen Kräfteverhältnisse zwischen der westlichen Welt und Ländern wie China und Russland verändern könnte.
Vor dem Hintergrund wachsender Zweifel an der Verlässlichkeit der USA unter Präsident Donald Trump streben die Hypersonica-Gründer:innen an, Europa bis 2029 "die erste souveräne Hyperschall-Fähigkeit" zur Verfügung zu stellen.
Die Hyperschalltechnologie selbst ist nicht neu – ihre Wurzeln reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Die eigentliche Herausforderung bei modernen Hyperschallraketen liegt in ihrer Steuerbarkeit. "Der Motor ist nicht so sehr das Problem, die technische Herausforderung besteht darin, mit Hyperschallgeschwindigkeit zu fliegen und gleichzeitig mit hoher Präzision zu manövrieren", erklärte Geschäftsführer und Mitgründer Philipp Kerth gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Bei der hohen Geschwindigkeit entsteht sehr große Hitze."
Schnelle Entwicklung
Hypersonica wurde von Philipp Kerth und dem Luftfahrt-Ingenieur Marc Ewenz gegründet, die beide in Oxford über Hyperschall promoviert haben. Das Unternehmen orientiert sich am Vorbild von Elon Musks Space X, das gezeigt hat, wie sich die Entwicklungszeit von Raketen stark beschleunigen lässt.
"Die haben Entwicklungszeit und -aufwand um 80 bis 90 Prozent reduziert", sagte Kerth. "Das übertragen wir jetzt auf den Hyperschallbereich." Nach eigenen Angaben benötigte Hypersonica nur neun Monate vom Entwurf bis zum Testflug – ein bemerkenswerter Erfolg für das junge Unternehmen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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