Deutsche Börse

Höhenflug trotz Wirtschaftsflaute: Dax knackt erstmals 25.000 Punkte

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

Dax steigt erstmals über 25.000 Punkte

Videoclip • 01:14 Min • Ab 12


Der Dax hat eine neue Bestmarke aufgestellt: Zum ersten Mal überhaupt kletterte der Leitindex über 25.000 Punkte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Leitindex Dax verzeichnet ein Plus von 0,44 Prozent und durchbrach erstmals die Marke von 25.000 Punkten.

  • Die gute Stimmung an der Börse liegt  unter anderem am sinkenden Ölpreis nach dem US-Einsatz in Venezuela, den versprochenen Infrastruktur-Investitionen und der boomenden KI- und Rüstungsindustrie.

  • Trotz der Höhenflüge ist die Wirtschaftskrise in Deutschland nicht überwunden – die Anleger:innen spekulieren auf Gewinne, die sie sich in Zukunft erhoffen.

Erstmals in der Geschichte des deutschen Leitindex hat der Dax die Marke von 25.000 Punkten geknackt. Am Mittwoch (7. Januar) kletterte er kurz nach Handelsstart auf 25.035 Zähler – ein Gewinn von 0,44 Prozent.

Als Grund gelten die Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung für 2026, aber auch die gefragten Rüstungsaktien aufgrund des Ukraine-Kriegs. Außerdem ist der Januar traditionell ein starker Börsenmonat.

Venezuela-Angriff lässt auf günstige Ölpreise hoffen

Während die politische Unsicherheit durch den Angriff der USA auf Venezuela gestiegen ist, sorgt diese Entwicklung auf der Börse für Hoffnung. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nennt der Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank drei Gründe für den Dax-Anstieg: Erleichterung, dass es zwischen den USA und Venzuela nicht zum militärischen Konflikt gekommen ist, die Aussicht auf sinkende Ölpreise und mehr Nachfrage nach Aktien, die nicht aus den USA stammen.

Die positive Stimmung beschränkt sich nicht auf Deutschland: Das Eurozonen-Leitbarometer EuroStoxx 50 erreichte beinahe 6.000 Zähler. Auch an der Wall Street gibt es positive Entwicklungen.

Wirtschaftsflaute und Börsenrekorde – wie passt das zusammen?

Die Wirtschaftsflaute in Deutschland hält weiter an – trotzdem meldet die Börse wiederholt neue Höhenflüge. Das liegt daran, dass Investor:innen sich zukünftig Gewinne versprechen. Zudem machen die 40 im Dax notierten Konzerne international Geschäfte und sind daher weniger von der Lage in Deutschland abhängig.

Besonders betroffen vom Boom rund um Künstliche Intelligenz ist derzeit die Aktie des deutschen Industriekonzerns Siemens, der seine Zusammenarbeit mit dem US-Chiphersteller Nvidia ausweiten will. Siemens-Aktien gewannen dadurch zuletzt 2,5 Prozent und stiegen auf ein Rekordhoch. Von den geplanten Infrastruktur-Investitionen profitiert der Konzern Heidelberg Materials mit einem Plus von fast drei Prozent. Er könnte im Fall eines Friedensschlusses an einem möglichen Wiederaufbau in der Ukraine beteiligt sein.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken