Finanzen
Goldpreis steigt und steigt: Doch ist das Edelmetall eine geeignete Geldanlage?
Aktualisiert:
von Joachim Vonderthann:newstime
Gold und Silber erreichen neue Rekordmarken
Videoclip • 01:33 Min • Ab 12
Der Goldpreis erreicht ein neues Rekordhoch. Unsicherheiten in der Weltpolitik treiben die Nachfrage weiter an. Sollten auch Privatanleger:innen in Gold investieren?
Das Wichtigste in Kürze
Der Goldpreis erreicht ein neues Rekordhoch.
Politische Unsicherheiten und Sorgen um die US-Notenbank treiben die Nachfrage nach dem Edelmetall.
Aber ist Gold wirklich die bessere Anlage im Vergleich zu Aktien oder ETFs?
Der Preis für eine Feinunze Gold hat am Mittwoch (14. Januar) ein neues Rekordhoch erreicht und ist um 1,2 Prozent auf 4.639 US-Dollar gestiegen. Die Gründe für diesen Anstieg sind altbekannt: Anleger:innen suchen sichere Häfen in unsicheren Zeiten. Besonders die politische Lage im Iran und die Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank treiben die Nachfrage nach Gold weiter voran. Aber ist Gold eine geeignete Anlageform für private Sparer:innen?
Gold gilt als krisenfeste Anlageform
Gold wird seit Jahrhunderten als krisensicheres Investment geschätzt. Seine Seltenheit und die weltweite Akzeptanz machen das Edelmetall auch in modernen Zeiten attraktiv. Gold ist laut dem Verbraucher:innen-Portal Finanztip.de ein Symbol für Reichtum und Macht und seit der Antike ein begehrtes Zahlungsmittel.
Goldkurs nicht immer besser als Aktien
Historisch gesehen hat der Goldpreis oft von globalen Krisen profitiert. So stieg er beispielsweise während der Corona-Krise, der Ukraine-Krieg und Phasen hoher Inflation auf Rekordwerte. Dennoch weist Finanztip darauf hin, dass Gold langfristig nicht immer die höchste Rendite erzielt – es schwankt stärker als etwa Aktieninvestments.
Zwischen 1975 und 2025 hat ein reines Investment in den Weltaktienindex MSCI World im Vergleich fast doppelt so hohe Renditen gebracht wie Gold, bei geringeren Schwankungen. Kurzfristig jedoch kann Gold besonders in Krisenzeiten eine interessante Option sein, um das Portfolio zu stabilisieren.
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Tipps für den Goldkauf
Wer physisches Gold kaufen möchte, sollte sich gut informieren. Ein seriöser Händler ist entscheidend. Finanztip empfiehlt, auf Anbieter zu setzen, die Mitglied im Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels sind. Außerdem sollten Käufer:innen nicht nur den reinen Goldpreis vergleichen, sondern auch Versandkosten berücksichtigen, da diese den Gesamtpreis stark beeinflussen können.
Ein Vorteil: Beim Verkauf von physischem Gold nach einer Haltezeit von mindestens einem Jahr bleibt der Gewinn steuerfrei. Zudem fällt keine Mehrwertsteuer an, wenn der Goldgehalt hoch genug ist.
Goldkurs oftmals entgegengesetzt zu Aktien
Wie hoch die Goldbeimischung im privaten Portfolio sein soll, darüber sind sich auch Expert:innen laut Finanztip uneins. Die Empfehlungen reichen demnach von 5 bis 25 Prozent. Das Verbraucherportal selbst rät zu einem Goldanteil von zehn Prozent, da eine höhere Beimischung die Renditechancen beeinträchtigen könnte,
Für Gold spricht Finanztip zufolge, dass sich sein Wert oft konträr zu Aktienkursen entwickelt. In früheren Krisenzeiten sei der Goldkurs im Vergleich zum Weltaktienindex weniger stark eingebrochen. In jüngeren Krisen konnte er sogar steigen, während Aktien fielen. Eine Beimischung von rund zehn Prozent biete demnach eine Möglichkeit, sein eigenes Portfolio gegen Schwankungen auf den Finanzmärkten abzusichern. Der Effekt sei aber nicht allzu groß.
FAQ: Gold
Gold wird als krisensichere Anlage betrachtet, weil es im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen keinen Zahlungsausfall kennt und weltweit akzeptiert ist. In Zeiten von Inflation, geopolitischen Spannungen oder Finanzmarkt-Turbulenzen flüchten viele Investoren in Gold, was den Preis zusätzlich stützen kann.
Der Goldpreis wird vor allem durch Zinsen, Inflationserwartungen, den US-Dollar-Kurs und die Nachfrage von Zentralbanken und Anleger:innen beeinflusst. Steigen die Zinsen deutlich, wird Gold oft weniger attraktiv, weil es selbst keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden bringt.
Physisches Gold (Barren, Münzen) eignet sich, wenn du direkten Besitz und Unabhängigkeit von Finanzinstituten willst, verursacht aber Lager- und ggf. Versicherungskosten. Ein Gold-ETF ist bequemer handelbar, eignet sich für kleinere Beträge und das schnelle Umschichten im Depot, bleibt aber ein Finanzprodukt mit Emittenten- und Marktrisiken.
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Verwendete Quellen:
Finanztip: "Niedrige Rendite trotz Rekordpreisen"
Nachrichtenagentur dpa
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