Börse

Erneuter Rekord für Goldpreis, auch Silber im Höhenflug – das sind die Gründe

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Goldpreis klettert auf neues Rekordhoch (12. Januar)

Videoclip • 01:14 Min • Ab 12


Gold und Silber setzen ihre Rekordrally fort. Geopolitische Spannungen und starke Industrie-Nachfrage treiben die Preise weiter nach oben.

Gold und Silber bleiben auf den Finanzmärkten stark gefragt und setzen ihre Rekordrallye fort. Der Preis für eine Feinunze Gold (rund 31,1 Gramm) stieg am Mittwoch (14. Januar) um bis zu 1,2 Prozent auf 4.639 US-Dollar.

Silber verteuerte sich um bis zu fünf Prozent auf 91,5535 Dollar und überschritt damit erstmals die 90-Dollar-Marke. Auch andere für die Industrie wichtige Edelmetalle wie Kupfer und Zinn erreichten Rekordpreise.

Die Ursachen für den anhaltenden Anstieg bleiben unverändert. Die sich verschärfende Lage im Iran sorgt für Unsicherheit bei Investor:innen, die deshalb in als sichere Häfen geltende Anlagen wie Gold investieren. Zusätzlich gilt die wachsende Sorge um die Unabhängigkeit der US-Notenbank nach Ansicht von Expert:innen weiterhin als treibender Faktor.

Edelmetalle, insbesondere Gold, werden von vielen Investor:innen als sichere Häfen in politisch unsicheren Zeiten betrachtet. Silber ist zugleich ein bedeutendes Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Robotik und Energie benötigt wird. Auch bei Kupfer und Zinn sorgt die starke industrielle Nachfrage für Preissteigerungen.

Gold liegt in diesem Jahr bereits über sieben Prozent im Plus. Im vergangenen Jahr gehörte das gelbe Edelmetall zu den gefragtesten Anlageklassen, mit einem Preisanstieg von 65 Prozent – dem stärksten Zuwachs seit 1979. Bei Silber fiel der Zuwachs 2025 mit fast 150 Prozent noch deutlich höher aus; im laufenden Jahr kletterte der Preis bisher um mehr als ein Viertel.

Mehr dazu liest du auch hier:

FAQ: Gold

Gold wird als krisensichere Anlage betrachtet, weil es im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen keinen Zahlungsausfall kennt und weltweit akzeptiert ist. In Zeiten von Inflation, geopolitischen Spannungen oder Finanzmarkt-Turbulenzen flüchten viele Investoren in Gold, was den Preis zusätzlich stützen kann.

Der Goldpreis wird vor allem durch Zinsen, Inflationserwartungen, den US-Dollar-Kurs und die Nachfrage von Zentralbanken und Anleger:innen beeinflusst. Steigen die Zinsen deutlich, wird Gold oft weniger attraktiv, weil es selbst keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden bringt.

Physisches Gold (Barren, Münzen) eignet sich, wenn du direkten Besitz und Unabhängigkeit von Finanzinstituten willst, verursacht aber Lager- und ggf. Versicherungskosten. Ein Gold-ETF ist bequemer handelbar, eignet sich für kleinere Beträge und das schnelle Umschichten im Depot, bleibt aber ein Finanzprodukt mit Emittenten- und Marktrisiken.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken