Erfolgreicher Unternehmer

Dieter Schwarz: Der geheimnisvolle Gründer von Lidl und Kaufland

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

:newstime

"Aldi, Lidl, Penny - Der SAT.1 - Disocunter-Check!"

Videoclip • 01:25 Min • Ab 12


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Er lebt zurückgezogen, gibt keine Interviews und verweigert Fotos: Dieter Schwarz ist der wohl geheimnisvollste Unternehmer – und der reichste Deutsche. Alles über den Lidl- und Kaufland-Gründer im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dieter Schwarz hat den Discounter Lidl und das Warenhaus Kaufland gegründet.

  • Dem Unternehmer gehört die Schwarz-Gruppe, zu der neben den Lebensmittelhändlern drei weitere Firmen zählen.

  • Schwarz gilt trotz seines großen Vermögens als bescheiden und extrem öffentlichkeitsscheu.

Wer ist Dieter Schwarz?

Dieter Schwarz ist ein sehr erfolgreicher deutscher Unternehmer: Zu seinen Firmen gehören unter anderem der Discounter Lidl und das SB-Warenhaus Kaufland. Diese machen die Schwarz-Gruppe zu einem der global größten Handelsunternehmen.

Zwar bringen die Handelsketten das meiste Geld, aber der heute 86-Jährige ist auch in der Digital- und IT-Sparte, der Lebensmittelproduktion und im Entsorgungsgeschäft tätig. 2024 erzielten die Unternehmen der Gruppe mit weltweit mehr als 595.000 Beschäftigten einen Gesamtumsatz von mehr als 175 Milliarden Euro.

In den 1970er-Jahren eröffnete Schwarz seinen ersten Lidl-Markt. Mit dem Erfolg seines Konzerns wurde er zu einem der vermögendsten Menschen der Welt. In Rankings des US-Magazins "Forbes" liegt er seit Jahren weit vorn, als der vermögendste Deutsche.

Privat und beruflich meidet Schwarz jede Form von öffentlicher Präsenz, lehnt Interviews und Auftritte ab und lässt sich nicht fotografieren oder filmen. Er lebt weiterhin in Heilbronn, angeblich in eher bescheidenen Verhältnissen. Oft ist darum vom "unsichtbaren Milliardär" die Rede.

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Das ist der Werdegang von Dieter Schwarz – und so gründete er Lidl und Kaufland

Dieter Schwarz kam am 24. September 1939 in Heilbronn zur Welt – als einziger Sohn der Familie. Über seine Mutter ist nichts bekannt. Sein Vater Josef betrieb in der Stadt bereits seit 1930 einen Lebensmittelgroßhandel unter dem Namen Lidl & Schwarz KG. Die Eltern waren Mitglieder einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde.

Während der Schulzeit verbrachte der spätere Unternehmer ein Jahr in den USA. Das soll ihn geprägt haben: Er sah dort, wie Selbstbedienung in Supermärkten funktionierte. In Deutschland war diese zu der Zeit noch weitgehend unbekannt.

Nach dem Abitur im Jahr 1958 absolvierte er eine Ausbildung zum Kaufmann im väterlichen Betrieb. 1960 stieg er zum Firmenchef auf und leitete den Betrieb zusammen mit seinem Vater. 1962 wurde er Prokurist und ab 1963 persönlich haftender Gesellschafter.

1968 eröffneten Vater und Sohn ihren ersten Lebensmittelladen im schwäbischen Backnang, Handelshof genannt. 1973 folgte in Ludwigshafen am Rhein der erste Discounter-Markt. Das Vorbild war mit günstigen Preisen, reduziertem Sortiment und minimalistischen Märkten vor allem Aldi.

Als Josef Schwarz 1977 starb, übernahm sein Sohn die Lidl & Schwarz KG. 1984 startete in Neckarsulm der erste Supermarkt unter dem Namen Kaufland. Alle Handelshof-Supermärkte wurden anschließend in Kaufland-Supermärkte umbenannt. 1988 gab es in Deutschland bereits mehr als 450 Lidl‑Filialen. In dieser Zeit expandierte der Discounter auch in weitere Länder.

Ab 1999 zog sich der Lidl-Gründer aus der Unternehmensleitung der Schwarz-Gruppe zurück. Sein langjähriger Vertrauter Klaus Gehring wurde zum voll haftenden Gesellschafter. Doch 2021 kam es zum Bruch: Offenbar waren die beiden sich über eine Personalie nicht einig.

Bis der Nachfolger Gerd Chrzanowski das Amt übernahm, führte Schwarz übergangsweise noch einmal die Geschäfte – im Alter von 81 Jahren. Das unterstreicht, dass er auch heute noch Einfluss nimmt, wenn es ihm notwendig erscheint.

Das Bild zeigt das Logo der Schwarz-Gruppe mit den Logos von Lidl, Kaufland, Schwarz Produktion, PreZero und Schwarz Digits.

Bild: Arnulf Hettrich


Wie Dieter Schwarz sich den Namen Lidl sicherte

Als Dieter Schwarz seinen ersten Discounter eröffnete, hatte er ein Problem: "Schwarz-Markt" wollte er sein neues Geschäft nicht nennen. "Lidl" gefiel ihm dagegen gut, weil es kurz und einprägsam war.

Doch aus rechtlichen Gründen durfte er das nicht: Der Name war ursprünglich mit einem anderen Geschäftspartner sowie einem bestehenden Handelsnamen verbunden – dem Konzern, den sein Vater gegründet hatte.

Schwarz hatte eine Idee: Er kaufte dem Berufsschullehrer Ludwig Lidl die Rechte an seinem Namen ab – für 1.000 Deutsche Mark.

Die Wurzeln von Lidl und Kaufland liegen im 19. Jahrhundert

Dieter Schwarz' Vater Josef betrieb zwar seit 1930 ein eigenes Unternehmen. Aber dessen Geschichte reicht viel weiter zurück.

Ab 1855 entstand in der Heilbronner Sülmerstraße der Gewürz‑, Kolonialwaren- und Südfrüchteladen A. Lidl & Cie. Gegründet hatte ihn Anton Lidl. Nach einem Besitzer- und mehreren Standortwechseln kam Schwarz als persönlich haftender Gesellschafter zur Lidl & Co. Südfrüchtenhandlung.

Das Unternehmen nannte sich nun Lidl & Schwarz KG. Josef Schwarz baute es zu einer Lebensmittelgroßhandlung für die Region Heilbronn aus. Doch erst als sein Sohn Dieter mit an Bord kam, vergrößerte sich die Firma rasant. Dieser war verantwortlich für die Eröffnung von Discounter- und Vollsortimentläden, also von Lidl und Kaufland.


Das sind die Unternehmen der Schwarz-Gruppe

Die Schwarz-Gruppe ist eine deutsche Unternehmensgruppe. Früher bestand sie vordergründig aus Lidl und Kaufland. Doch seit 2018 kamen weitere Ableger dazu, die mit Lebensmitteln auf den ersten Blick nichts zu tun haben. Das operative Geschäft ist heute auf fünf Einzelfirmen verteilt. Es handelt sich um Schwesterunternehmen:

  • Lidl: Die Discounter-Kette betreibt in Deutschland knapp 3.250 Filialen mit über 100.000 Mitarbeiter:innen. Sie ist in insgesamt 31 Ländern vertreten und betreibt dort rund 12.600 Läden. Damit gilt das Unternehmen als größter Discounter der Welt, was die Zahl der Läden betrifft. Lidl machte 2024 einen Umsatz von 132,1 Milliarden Euro.

  • Kaufland: Der Vollsortimenter ist als Selbstbedienungs-Warenhaus aufgebaut. In den 1.600 Kaufland-Filialen in acht Ländern sind mehr als 157.000 Mitarbeiter:innen beschäftigt. In Deutschland sind es 780 Geschäfte. Der Kaufland-Umsatz betrug 2024 knapp 35 Milliarden Euro.

  • Schwarz Produktion: Der Lebensmittelhersteller produziert hauptsächlich Eigenmarken für Lidl und Kaufland. Dazu zählen unter anderem Schokolade, Nüsse, Kaffee, Teigwaren, Tiefkühlkost und Getränke. Schwarz Produktion hat rund 6.000 Mitarbeiter:innen. Das Unternehmen wurde 2020 unter diesem Namen gegründet, viele der dazugehörigen Firmen bestehen aber schon länger.

  • PreZero: Das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen sammelt, transportiert, sortiert und verwertet seit 2018 Abfälle – sowohl von der Schwarz-Gruppe als auch von anderen Firmen. Die Firma beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter:innen in zehn europäischen Ländern.

  • Schwarz Digits: Die 2023 gegründete Digital- und IT-Sparte entwickelt und betreibt Cloud‑, Cybersecurity‑, KI‑ und Kommunikationslösungen. Sie arbeitet sowohl für die Schwarz‑Gruppe als auch für externe Unternehmen. Die Firma will die digitale Souveränität in Europa stärken, also die Unabhängigkeit von US‑Technologieanbietern. Schwarz Digits hat 8.000 Beschäftigte.

Wem gehört die Schwarz-Gruppe?

Dieter Schwarz gilt als alleiniger Eigentümer der Schwarz-Gruppe und ihrer fünf Unternehmen. Diese gehören ihm aber nicht direkt: Er hält die Anteile über ein komplexes Netz aus Stiftungen, die er Ende der 1990er-Jahre gründete. Im Zentrum steht die Dieter-Schwarz-Stiftung, eine gemeinnützige Gesellschaft.

Die Eigentumsverhältnisse der Gruppe sind nicht direkt über einzelne Anteilseigner sichtbar, sondern über ein Netzwerk aus Stiftungen und Beteiligungsgesellschaften organisiert. Dadurch ist die genaue Struktur nach außen nur eingeschränkt transparent.

Die Stiftungen bündeln die Beteiligungen an den operativen Gesellschaften und halten so die Unternehmensgruppe zusammen. Dieses Modell ermöglicht eine stabile Steuerung und langfristige Kontrolle des Konzerns ohne externe Investoren. Damit kann zudem die Nachfolge geregelt werden. Zwei weitere Stiftungen begünstigen jeweils die Töchter und deren Familien.

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Wie hoch ist das Privatvermögen von Dieter Schwarz?

Wie viel Geld Dieter Schwarz besitzt, ist nicht bekannt. Der Gründer von Lidl und Kaufland gilt aber seit Jahren als reichster Deutscher – und als einer der weltweit wohlhabendsten Menschen.

Das US-Magazin "Forbes" schätzt das Vermögen des Unternehmers in seiner Milliardärs-Liste auf knapp 63 Milliarden US-Dollar (circa 53 Milliarden Euro): Damit landet er vor Klaus-Michael Kühne vom Logistik-Konzern Kuehne + Nagel und Reinhold Würth von der Würth-Gruppe (Stand: 8. Mai 2026).

Das macht Dieter Schwarz privat

Über Dieter Schwarz' Privatleben ist nur sehr wenig bekannt. Der Unternehmer ist seit 1963 mit seiner Frau Franziska verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Töchter, Regine und Monika. Sie sind nicht im operativen Geschäft der Schwarz-Gruppe aktiv.

Dieter und Franziska Schwarz leben abgeschirmt in Heilbronn. Der Unternehmer soll Mitglied einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde sein.

Über die Dieter-Schwarz-Stiftung fördert der Lidl-Gründer unter anderem Bildung, Wissenschaft und Erziehung – fast ausschließlich in seiner Heimatstadt.

FAQ: Dieter Schwarz

Der Lidl- und Kaufland-Gründer Dieter Schwarz hat ein Vermögen von rund 63 Milliarden US-Dollar, schätzt das US-Magazin Forbes. Das entspricht rund 53 Milliarden Euro. Damit ist er der reichste Deutsche. Im weltweiten Milliardärs-Ranking landet er auf Platz 34 (Stand: 8. Mai 2026).

Dieter Schwarz lebt in Heilbronn in Baden-Württemberg. In der Stadt wurde er auch geboren.

Dieter Schwarz wurde am 24. September 1939 geboren. Damit ist er aktuell 86 Jahre alt (Stand: 22. Juni 2026).


Verwendete Quellen:

Webseite der Schwarz-Gruppe

Unternehmens-Webseite von Lidl

Unternehmens-Webseite von Kaufland

Manager Magazin: "Wer ist Dieter Schwarz? Warum man so wenig über den reichsten Deutschen weiß"

Stern: "Der geheimnisvolle Discounter-Pate"

Unternehmer.de: "Dieter Schwarz: Das Phänomen hinter dem Erfolg von Lidl und Kaufland"

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