Tarifkonflikt
Baden-Württemberg: Ab Montag mehrtägige Streiks an Unikliniken
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von Michael Reimers:newstime
Krankenhausgesellschaft erwartet Klinik-Pleitewelle
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
In der kommenden Woche sind die Beschäftigten der Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm zum Arbeitsausstand aufgerufen. Weniger Personal bedeutet für Patient:innen: verschobene OPs und längere Wartezeiten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der vier Unikliniken in Baden-Württemberg zum Streik aufgerufen.
Ab 6. Juli soll das Krankenhauspersonal für mehrere Tage die Arbeit niederlegen.
Betroffen von Beeinträchtigungen sind Patient:innen an den Kliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm.
Patient:innen an den vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg müssen sich in der kommenden Woche auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten an den Kliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen ab Montag (6. Juli) zu mehrtägigen Warnstreiks auf, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Im Freiburg und Ulm sollen die Kliniken Montag, Dienstag und Mittwoch komplett bestreikt werden, in Heidelberg und Tübingen wird einem Gewerkschaftssprecher zufolge Montag und Dienstag komplett gestreikt und am Mittwoch nur teilweise. Am Mittwoch treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber demnach zur dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde. Dort will die Gewerkschaft dpa zufolge dann auch vor Ort mit einer Protestaktion auf die Arbeitgeber Druck machen.
Auch in den News:
Verdi erwartet hohe Streikbeteiligung: "Die Leute sind sauer"
Die Gewerkschaft rechnet mit einer starken Beteiligung an der Streikaktion. "Die Arbeitgeber haben alles getan, damit die Leute sauer sind. Wir gehen davon aus, dass wir mehr Streikende haben werden als bei den Streiktagen davor", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker. Die Arbeitgeber wollten Reallohn-Verluste für fast drei Jahre festschreiben, eine Option auf eine 45-Stunden-Woche, eine Jahressonderzahlung an Krankentage koppeln und den Schutz bei drohendem Personalabbau verschlechtern, so die Kritik des Gewerkschafters.
Wie es weiter heißt, müssen sich Patient:innen wegen des Streiks wohl auf Einschränkungen einstellen. Die Notfallversorgung ist nach Angaben der Gewerkschaft jedoch immer gewährleistet. Man rechne aber damit, dass an den Kliniken zahlreiche OP-Säle geschlossen bleiben müssten. Es könnten vermutlich auch nicht alle Betten belegt werden.
Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt
Hintergrund des Ausstands sind die Tarifverhandlungen für die rund 26.000 Beschäftigten der vier Unikliniken in Baden-Württemberg. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Auszubildende sowie Praktikant:innen sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.
Das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde sah hingegen unter anderem eine Einmalzahlung von 400 Euro und eine Gehaltssteigerung von 4,75 Prozent in drei Schritten vor. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige Finanzlage der Kliniken und auf erwartete Auswirkungen der Gesundheitsreform der Bundesregierung.
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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