Was Verbraucher jetzt wissen müssen

Trotz pünktlicher Zahlungen: Neuer SCHUFA-Score sorgt für Ärger

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

:newstime

Kreditwürdigkeit: Neue Schufa-Regeln

Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


Das neue SCHUFA-Modell sorgt bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern für Irritationen. Der Grund liegt nicht zwingend in einem negativen Eintrag, sondern oft an der neuen Bewertungsskala. Das steckt dahinter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der SCHUFA-Score fällt schlechter aus, obwohl Rechnungen pünktlich bezahlt wurden.

  • Das verunsichert viele Menschen.

  • Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt, warum das neue Punktesystem nicht direkt mit dem alten Wert vergleichbar ist

Das neue SCHUFA-Scoring sorgt bei Verbraucher:innen für Verunsicherung. Seit der Einführung des Modells im März 2026 registriert die Verbraucherzentrale Niedersachsen zunehmend Beschwerden. Betroffene berichten von schlechteren Bewertungen, obwohl sich ihr Zahlungsverhalten nicht verändert habe. Sie befürchten Nachteile bei Krediten, Mietverträgen oder Mobilfunkangeboten.

Ein Grund für die Irritation ist die neue Bewertungsskala. Während die SCHUFA ihren Basis-Score bislang als prozentuale Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls angab, reicht der neue Score von 100 bis 999 Punkten. Ein direkter Vergleich ist deshalb nicht möglich. Ab 776 Punkten gilt die Einstufung beispielsweise als "hervorragend" – ein zunächst niedrig wirkender Wert muss also nicht automatisch eine schlechte Bonität bedeuten.


Häufige Umzüge schaden dem SCHUFA-Score

Gleichzeitig legt das neue Modell erstmals offen, welche Faktoren in die Bewertung einfließen. Neben Zahlungsstörungen berücksichtigt die SCHUFA unter anderem Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten, Ratenkredite, die Dauer bestehender Bankverbindungen, das Alter der aktuellen Adresse sowie Identitätsprüfungen. Auch die längste Restlaufzeit eines Kredits und Immobilienkredite können eine Rolle spielen. Häufige Umzüge, ein Kontowechsel oder eine neue Kreditkarte können sich damit statistisch negativ auswirken – selbst wenn Rechnungen stets pünktlich bezahlt wurden.

Auch in den News: Mehr zu dem Thema:

Bei falschen Daten: Korrektur beantragen

Besonders junge Menschen könnten dadurch schlechter starten, weil ihnen langjährige Wohn- und Vertragsverhältnisse fehlen. Die Rechtsexpertin Kathrin Bartsch von der Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt jedoch vor unnötiger Panik: Der SCHUFA-Score sei nur ein Faktor unter mehreren. Banken und andere Unternehmen verwendeten häufig eigene Bewertungsmodelle, um die Kreditwürdigkeit einzuschätzen.

Wichtiger sei es, die gespeicherten Daten regelmäßig zu kontrollieren. Fehlerhafte, veraltete oder unvollständige Einträge können den Score deutlich beeinflussen. Verbraucher:innen haben das Recht, ihre SCHUFA-Daten kostenlos einzusehen und falsche Angaben korrigieren zu lassen. Auch auf Inkassoforderungen sollte reagiert werden – selbst dann, wenn sie unberechtigt erscheinen. Die SCHUFA warnt damit nicht automatisch vor Zahlungsproblemen: Oft zeigt der neue Score zunächst vor allem, wie komplex die statistische Bewertung geworden ist.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Verbraucherzentrale

Mehr entdecken