Dutzende Tote
Verkehrsminister spricht von "unerklärlicher Entscheidung" nach Zugunglück in Spanien
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Schweres Zugunglück in Spanien – viele Tote
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Auf der Strecke zwischen Madrid und Sevilla ist es zu einer Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge gekommen. Mindestens 64 Menschen sind ums Leben gekommen.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einem Zusammenprall zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien gibt es zahlreiche Todesopfer – bestätigt sind inzwischen 64 Tote.
Das Unglück ereignete sich auf der Strecke Madrid-Sevilla, zwei Waggons sollen einen Bahndamm heruntergestürzt sein.
Spaniens Verkehrsminister sprach von einer "unerklärlichen Entscheidung" der Bahnleitstelle im Vorfeld des Unfalls.
Bei einem Zugunglück in Spanien sind auf der Strecke zwischen Madrid und Sevilla zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengeprallt. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet unter Berufung auf die Regionalregierung von mindestens 64 Toten und zahlreichen Verletzten. Nach Angaben der Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha gebe es auch Dutzende Verletzte. Nach Angaben des Fernsehsenders RTVE sind zwei Waggons eines Zuges einen Bahndamm hinuntergestürzt.
Nach den Worten des spanischen Verkehrsministers Oscar Puente ist der tragische Unfall auf eine "unerklärliche" und "falsche" Entscheidung der Bahnleitstelle zurückzuführen. Demnach sei einem der Züge grünes Licht zur Weiterfahrt signalisiert worden, obwohl das automatische Zugsicherungssystem nach einem Computerausfall noch nicht wieder funktionierte.
Auch in den News:
Am Unglücksort waren Feuerwehrleute aus den nahe gelegenen Orten Alcázar de San Juan und Orgaz sowie Zivilschutzkräfte aus mehreren umliegenden Gemeinden im Einsatz. Auch ein Rettungshubschrauber war in der Luft. Zur Versorgung der Verletzten wurden zwei mobile Intensivstationen eingesetzt.
Gegenüber "El País" schilderte der Überlebende Jesús Jerónimo die dramatischen Momente des Unglücks. Er arbeitete gerade an seinem Laptop im auffahrenden Renfe-Zug. "Ich spürte plötzlich eine heftige Beschleunigung und wurde mit voller Wucht gegen den Vordersitz geschleudert. Menschen flogen durch die Luft", erklärte der 54-Jährige gegenüber der spanischen Zeitung.
Menschliches Versagen als Ursache?
Nach Angaben des Schienennetzbetreibers Adif ist der Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Andalusien "durch eine Kollision zwischen zwei Zügen unterbrochen". Wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, war zunächst unklar. Einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge könnte menschliches Versagen die Ursache sein.
In der Mitteilung heißt es, dass ein Zug des Eisenbahnbetreibers Renfe sowie einer des Unternehmens Iryo an der Kollision beteiligt waren. Laut Padilla waren im Iryo-Zug 146 Passagier:innen sowie ein Baby an Bord, im Zug von Refe 397 Menschen.
Adif-Kreise: Zug von hinten gerammt
Spanischen Medienberichten zufolge ereignete sich der Unfall um kurz vor 9 Uhr zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz in der zentralspanischen Provinz Toledo. Demnach ist der Idyo-Zug aus unbekannten Gründen zum Stehen gekommen. Aus Adif-Kreisen hieß es, der Hochgeschwindigkeitszug von Refe habe diesen dann von hinten gerammt. Beide seien demnach in Richtung Süden, also Andalusien, unterwegs gewesen.
Feuerwehrleute und Rettungskräfte arbeiten unter Hochdruck an der Unglücksstelle.
Bild: Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa
Trümmer häufen sich neben den Gleisen
Auf Social Media kursieren mehrere Videos vom Unfallort, die das Ausmaß der Kollision begreifbar machen. Folgender Clip wurde von Seiten der dpa als authentisch eingestuft. Er zeigt Trümmerteile neben den Bahngleisen.
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Sánchez: "Zuneigung, Solidarität, Unterstützung"
Auf der Plattform X meldete sich bereits Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez zu Wort. Er sei mit dem Verkehrsminister sowie dem Präsidenten von Kastilien-La Mancha in Kontakt. "Meine Zuneigung, Solidarität und Unterstützung gelten allen Opfern und ihren Familien", drückt Sánchez seine Anteilnahme aus.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
X: Pedro Sánchez
El Espanol: "Al menos 46 muertos tras chocar un AVE de Renfe contra un Iryo y sacarlo de la vía cerca de Toledo"
El País: "Última hora del accidente de trenes en Toledo, en directo | Al menos 10 muertos en el choque de trenes en Los Yébenes"
Stern: "Zugkollision in Spanien – Augenzeugen berichten von zahlreichen Verletzten"
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