Trigema-Chef

Wolfgang Grupp junior: Trump-Auftritt von Audi-Chef sei nicht das Problem

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

:newstime

Audi-Pläne in USA lösen Empörung aus

Videoclip • 01:31 Min • Ab 12


Audi-Chef Döllner wird für seinen Trump-Auftritt scharf kritisiert. Trigema-Chef Wolfgang Grupp junior hält nichts von der Debatte. Für ihn sei ein anderes Problem wichtiger.

Das Wichtigste in Kürze

  • Audi-Chef Gernot Döllner ist bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump aufgetreten.

  • Für Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp junior sind die Standortprobleme in Deutschland wichtiger.

  • Er kritisiert hohe Energiekosten, hohe Lohnnebenkosten und Bürokratie.

Der umstrittene Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump hat für viel Aufregung gesorgt. Unwichtig, findet Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp junior – entscheidend sei, warum Audi vier Milliarden Dollar in den USA investiere und nicht auch in Deutschland.

Diskussion um Trump-Auftritt zu präsent

"Wir müssen uns eher fragen: Was haben die USA richtig gemacht, dass Audi vier Milliarden investiert?", sagte Grupp der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ob der Auftritt des Audi-Chefs richtig oder falsch gewesen sei, sei nicht die wichtige Frage. Die Diskussion verdecke nach Ansicht von Grupp das eigentliche Problem.

Auch in den News:

Im US-Bundesstaat Georgia will Audi nach eigenen Angaben ein Werk bauen, in dem rund 4.500 Beschäftigte jährlich 200.000 Sportgeländewagen bauen sollen. In Deutschland rede man stattdessen über Standortschließungen, so Grupp. So ist das Audi-Werk in Neckarsulm mit über 15.000 Mitarbeiter:innen wegen der VW-Krise und Sparplänen gefährdet – Ende Juni 2027 soll dort ein neues Konzept vorliegen.

Kosten in Deutschland höher als in den USA

Hohe Kosten für Energie und Löhne sowie Bürokratie seien für Grupp schuld an den Standortproblemen. In den USA seien die Energiekosten deutlich günstiger – die deutschen Gaskosten hätten sich seit Jahresbeginn vervielfacht. Zudem fehle den Unternehmen hierzulande Planungssicherheit.

Als Beispiel verwies Grupp auf sein eigenes Unternehmen Trigema: Das baue in Burladingen eine Energiezentrale für mehrere Millionen Euro, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Die Baugenehmigung dafür habe sieben Monate gedauert – trotz frühzeitiger Gespräche mit den Behörden. Ein verzögerter Start der Energiezentrale würde das Unternehmen laut Grupp viel Geld kosten.

Deutschland wirbt um Investoren

"Wenn eine Investition in Deutschland gemacht werden soll, muss der rote Teppich für die Firmen ausgebreitet werden", sagte Grupp. Seine Forderungen: Energiekosten senken, Lohnnebenkosten kalkulierbar machen und bürokratische Hürden abbauen. Den roten Teppich für Investoren hatte Merz bereits vor kurzem ausgebreitet: Unter dem Motto "Red Carpet for Investments" empfing die Bundesregierung 200 internationale Firmenbosse – und schloss eine Kooperation mit Nvidia.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken