Schuldenspirale droht

Haushaltsloch steigt: Wie lange kann sich Putin den Ukraine-Krieg noch leisten?

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von Joachim Vonderthann

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EU: Russland-Sanktionen erstmals 12 Monate

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Der Angriffskrieg gegen die Ukraine reißt immer größere Löcher in Russlands Staatshaushalt – und die Last trägt zunehmend die eigene Bevölkerung. Eine neue Analyse sieht das Land von Machthaber Putin auf einem gefährlichen Weg in die Schuldenspirale.

Das Wichtigste in Kürze

  • Russlands Verteidigungsausgaben könnten 2026 die ursprünglichen Haushaltspläne um bis zu 55 Milliarden Euro übersteigen.

  • Das Haushaltsdefizit könnte laut einer Bloomberg-Analyse schon zur Jahresmitte 60 Prozent über dem Jahresziel liegt.

  • Um den Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter finanzieren zu können, ist Moskau zunehmend auf Inlandsschulden angewiesen - was Folgen hat.

Russland gibt im Krieg gegen die Ukraine deutlich mehr Geld aus, als ursprünglich geplant. Das berichtet das US-amerikanische Wirtschaftsmedium Bloomberg in einer aktuellen Analyse. Demnach könnte allein der russische Verteidigungshaushalt im Jahr 2026 die ursprünglichen Planungen um vier bis fünf Billionen Rubel überschreiten – umgerechnet rund 44 bis 55 Milliarden Euro. Das wären fast 40 Prozent mehr als ursprünglich vorgesehen.

Gleichzeitig ist Russland durch westliche Sanktionen weitgehend von ausländischen Finanzquellen abgeschnitten. Um den Krieg dennoch weiter finanzieren zu können, greift Moskau zunehmend auf Inlandsschulden zurück – also auf Geld, das sich der russische Staat bei der eigenen Bevölkerung und heimischen Banken leiht. Ein Ausweg, der auf Dauer teuer werden könnte.


Russlands Haushaltsloch wächst rasant

Die Zahlen sind für Kreml-Machthaber Wladimir Putin besorgniserregend: Bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 erreichte das russische Haushaltsdefizit sechs Billionen Rubel – rund 66 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 60 Prozent mehr als dem Wert, der für das gesamte Jahr angepeilt worden war. Russland gibt also schon zur Jahresmitte weit mehr aus, als eingeplant wurde, zitiert der "Tagesspiegel" aus der Bloomberg-Analyse.

Hinzu kommt der sogenannte Schuldendienst – also alle Zahlungen, die Russland aufbringen muss, um Zinsen und bestehende Schulden zu bedienen. Für das laufende Jahr hat Moskau dafür allein fast vier Billionen Rubel eingeplant. Das entspricht rund neun Prozent des gesamten Bundeshaushalts und macht den Schuldendienst damit zum fünftgrößten Ausgabenposten des russischen Staates – noch vor vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Putin erhöht die Mehrwertsteuer

Die finanzielle Schieflage trifft längst auch die einfache russische Bevölkerung. Zu Beginn des Jahres 2026 ließ Putin die Mehrwertsteuer auf 22 Prozent anheben. In sozialen Medien klagten dem Bericht zufolge viele Russ:innen daraufhin über stark gestiegene Lebensmittelpreise.

Russlands Finanzminister Anton Siluanow hatte bereits im vergangenen Jahr offen vor den Konsequenzen gewarnt. In einer Erklärung sagte er: „Uns wird weniger Geld für unsere Prioritäten bleiben." Dass sich die Sparmaßnahmen des Kremls direkt auf den Alltag der Bevölkerung auswirken würden, schloss er damals ausdrücklich nicht aus.

Auch in den News:

Bloomberg: Düstere Aussichten für Russlands Haushalt

Die langfristigen Aussichten sind laut „Bloomberg"-Analyse düster. In den kommenden zehn Jahren könnte Russland Zinszahlungen in Höhe von rund 15 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts leisten müssen. Zum Vergleich: Dieser Betrag entspricht in etwa dem heutigen Gesamtumfang der russischen Staatsverschuldung. Das bedeutet: Russland würde in einem Jahrzehnt so viel an Zinsen zahlen, wie es heute insgesamt an Schulden hat.



Verwendete Quellen:

Tagesspiegel: "Putins Krieg sprengt Haushaltspläne:"

Nachrichtenagentur dpa

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