Flottenhauptquartier auf der Krim zerstört
Vom Stolz der russischen Schwarzmeerflotte ist nur noch eine Ruine übrig
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Vier Jahre Krieg in der Ukraine
Videoclip • 51 Sek • Ab 12
Das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte ist nach massiven Zerstörungen komplett abgerissen worden. Die Einebnung der Ruine steht sinnbildlich für den Rückzug der Flotte aus ihrem historischen Heimathafen.
Das Wichtigste in Kürze
Das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim ist abgerissen worden.
2023 war das Gebäude durch ukrainischen Raketenbeschuss massiv beschädigt worden.
Was bleibt, ist ein sichtbarer Beleg für Moskaus schwindenden Einfluss im Schwarzen Meer.
Vom einstigen Machtzentrum der russischen Schwarzmeerflotte ist nur noch ein Schutthaufen übrig. Wo auf dem Zentralhügel von Sewastopol über Jahrzehnte das monumentale Hauptquartier der Flotte thronte, klafft nun eine Wunde im Stadtbild – und im Selbstbild Moskaus. Nachdem ein britischer Marschflugkörper des Typs "Storm Shadow", abgefeuert von der Ukraine, das Gebäude im September 2023 schwer getroffen und ausgebrannt hatte, wurde die Ruine nun offenbar vollständig abgerissen.
Videoaufnahmen, die der Telegram-Kanal "Krimskij Weter" verbreitete, zeigen schwere Baumaschinen, die über die Reste des Gebäudes hinwegrollen; übrig geblieben ist laut OSINT-Auswertungen nur ein Berg aus Beton, Stahl und verkohlten Trümmern. OSINT-Aggregatoren und pro-ukrainische Medien wie @Beefeater_Fella, @EuromaidanPR und das "Business Ukraine Magazine" sprechen von einer systematischen Einebnung der Ruine. Offizielle russische Stellen schweigen bislang weitgehend – oder sprechen vage von "Reparaturarbeiten" und einer möglichen originalgetreuen Rekonstruktion an gleicher Stelle.
Der Abriss markiert den vorläufigen Endpunkt eines tiefgreifenden militärischen und symbolischen Niedergangs der russischen Schwarzmeerflotte. Einst galt das Hauptquartier als nervöses Zentrum der Operationen auf der Krim, von hier aus wurden Flottenbewegungen koordiniert, Angriffe vorbereitet, die Blockade der ukrainischen Küste überwacht. Nach dem Raketenangriff von 2023 war das Gebäude unbrauchbar geworden, der Stab wurde offenbar nach Noworossijsk verlegt – in jenen "sicheren Hafen" an der russischen Schwarzmeerküste, in den große Teile der Flotte bereits zuvor verlegt worden waren.
Auch in den News:
Russlands Schwarzmeerflotte verzeichnet schwere Verluste
Militärisch ist die Zerstörung des Hauptquartiers nur die sichtbare Spitze einer längeren Zermürbungskampagne, die die Ukraine seit 2022 gegen die russische Marine führt. Nach der Versenkung des Flaggschiffs "Moskwa" und Angriffen auf Luftwaffen- und Marinebasis Saki sowie auf das Trockendock in Sewastopol wurden knapp zwei Dutzend russische Kriegsschiffe beschädigt oder versenkt. Ein pensionierter ukrainischer Marinekapitän spricht von einem "beachtlichen Erfolg": In Sewastopol gebe es faktisch nichts mehr zu befehligen – nur alte Wracks und beschädigte Schiffe.
Historisch wie symbolisch wiegt der Verlust schwer. Der Standort des Hauptquartiers war seit dem Zarenreich ein Kernstück russischer Großmachtambitionen im Schwarzen Meer. Nach der Sowjetzeit klammerte sich Moskau mittels Pachtverträgen an den Stützpunkt, nach der Annexion der Krim 2014 erklärte der Kreml diese einseitig für gegenstandslos. Nun aber steht genau dort, wo Russland seine maritime Dominanz demonstrieren wollte, nur noch ein Trümmerberg. Ob an dieser Stelle tatsächlich eine "exakte Nachbildung" der Zentrale entsteht – wie kremlnahe Medien behaupten – oder ob die Leerstelle bleibt, ist offen. In jedem Fall ist der Abriss bereits jetzt ein sichtbares Zeichen für den dramatischen Bedeutungsverlust der russischen Schwarzmeerflotte.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
RND: Hauptquartier der Schwarzmeerflotte: Ein symbolischer Verlust an einem mythischen Ort
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Talk im Ersten
"Maischberger" am Mittwoch zu diesen Themen und mit diesen Gästen

Höhere Kosten
ADAC vor massivem Beitragssprung? So teuer könnten die Preise werden

Neue Regeln der FCC
USA verbietet Internet-Router aus dem Ausland

75 Jahre Auswärtiges Amt
"Verhängnisvoller Fehler": Steinmeier rechnet mit Iran-Krieg ab

Bundesregierung plant Reform
Kostenlose Mitversicherung bei der Krankenkasse: Das soll sich ändern

Pazifik
Gewaltiges Erdbeben erschüttert Tonga-Region – Warnung von Behörden



