Wehrdienst
Verteidigungsminister Pistorius: Freiwillige sollen Bundeswehr verstärken
Aktualisiert:
von Rebecca RudolphPistorius reiste zu einem nicht angekündigten Besuch nach Kiew.
Bild: Kay Nietfeld/dpa
Deutschland braucht Zehntausende neue Soldaten – doch statt Wehrpflicht setzt Verteidigungsminister Pistorius zunächst auf Freiwilligkeit. Die Koalition ist uneins.
Das Wichtigste in Kürze
Verteidigungsminister Pistorius will den neuen Wehrdienst so attraktiv gestalten, dass junge Menschen freiwillig teilnehmen - nach schwedischem Vorbild.
Um die NATO-Vorgaben zu erfüllen, muss Deutschland 50.000 bis 60.000 zusätzliche Soldaten gewinnen.
Die SPD lehnt eine Rückkehr zur Wehrpflicht ab, während CDU-Politiker Jens Spahn vorsorglich Vorbereitungen für einen Pflichtdienst fordert.
Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt bei der notwendigen Verstärkung der Bundeswehr um Zehntausende Soldaten zunächst weiter auf Freiwillige.
"Unser Ziel ist, den neuen Wehrdienst so attraktiv zu gestalten, dass junge Frauen und Männer ähnlich wie in Schweden sagen: Diese Ausbildung bringt mich weiter, ich möchte sie freiwillig machen", sagte der SPD-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Entscheidend ist, dass wir in den nächsten zehn Jahren unsere eigenen nationalen Ziele erreichen sowie die Nato-Anforderungen erfüllen.
Zuvor hatten die NATO-Verteidigungsminister vereinbart, was jedes Mitgliedsland beitragen muss, damit die Allianz verteidigungsfähig ist und potenzielle Angreifer wie Russland abschrecken kann. Deutschland benötigt danach 50.000 bis 60.000 aktive Soldaten mehr.
Schon bisheriges Ziel nicht erreicht
Allerdings wurde schon das bisherige Ziel von 203.000 Männern und Frauen in der stehenden Truppe nicht erreicht. Trotz Werbekampagnen und Social-Media-Auftritten, vielfach verkündeter "Personalwenden" und gesenkter Anforderungen sank die Zahl – auf inzwischen kaum mehr als 181.000 Soldaten.
In der Koalition herrscht Uneinigkeit über eine schnelle Wiedereinführung der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht. Während Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) dafür plädiert, bereits jetzt die Rahmenbedingungen für einen möglichen Pflichtdienst vorzubereiten, lehnt die SPD dies ab.
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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