Papua-Konflikt eskaliert

US-Pilot in Papua getötet: Rebellen senden Botschaft an die USA

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von Benedikt Rammer

Ein US-Pilot wurde in Papua nach Medienberichten von separatistischen Rebellen getötet.

Bild: Kai Horstmann


In Papua im Indopazifik ist ein US-amerikanischer Pilot nach Angaben mehrerer Medien von separatistischen Rebellen getötet worden. Der Fall verschärft die Sorge vor neuer Gewalt in einer Region, in der ein jahrzehntelanger Konflikt zwischen indigenen Papua und indonesischen Sicherheitskräften schwelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein US-Pilot wurde in Papua nach Medienberichten von separatistischen Rebellen getötet, während sieben Passagier:innen unverletzt blieben.

  • Die Rebellen bezeichnen die Tat laut Radio New Zealand als politische Botschaft an die USA und verweisen auf den historischen Konflikt um Westpapua.

  • Menschenrechtsaktivist:innen warnen vor einer neuen Eskalation, weil Zivilist:innen bereits vor möglichen Militäreinsätzen fliehen.

Ein US-amerikanischer Pilot ist in der indonesischen Provinz Papua Highlands offenbar von separatistischen Rebellen erschossen worden. Wie unter anderem die BBC, die "Washington Post" und Radio New Zealand berichten, wurde Nicholas F. Goselin am Donnerstag (2. Juli) kurz nach der Landung seines Kleinflugzeugs auf dem Flugfeld Ipdeheik im Dorf Balinggama im Regierungsbezirk Yahukimo getötet. Anschließend sei das Flugzeug in Brand gesetzt worden.

Nach indonesischen Angaben blieben die sieben einheimischen Passagier:innen an Bord unverletzt. Goselin arbeitete demnach als Pilot für die indonesische Fluggesellschaft PT AMA und hatte die Menschen von Wamena, der größten Stadt im Hochland von Papua, nach Yahukimo geflogen. Die Leiche des Piloten sei am Freitag von Angehörigen des Habema Operational Commands geborgen worden, einer Spezialeinheit des indonesischen Militärs im Einsatz gegen die Nationale Befreiungsarmee Westpapuas, kurz TPNPB.

Rebellen begründen Angriff mit Flugverbot

Der Sprecher der Separatist:innen, Sebby Sambom, erklärte laut "Washington Post" und Radio New Zealand, das Flugzeug habe gegen ein von der Gruppe verhängtes Verbot ziviler Flüge in ihrem Operationsgebiet verstoßen. Sambom behauptete, zivile Maschinen würden genutzt, um indonesisches Militärpersonal und Nachschub in abgelegene Gebiete zu bringen. Das indonesische Militär weist das zurück. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bisher nicht.

Besonders brisant ist die politische Botschaft der Rebellen. Sambom sagte laut Radio New Zealand, die Tötung des amerikanischen Piloten sei eine Antwort auf historische Entscheidungen der USA, Indonesiens und der Niederlande. Wörtlich erklärte er demnach: "Die Erschießung des amerikanischen Piloten" sei "die Quittung für einen Fehler der indonesischen, der Vereinigten Staaten von Amerika und der niederländischen Regierung". Auch den Vereinten Nationen warf er vor, die Ursachen des Konflikts seit Jahrzehnten nicht anzugehen.

Auch in den News:

Historischer Streit mit neuer Schärfe

Hintergrund ist der langjährige Konflikt um Westpapua. Viele indigene Papua fühlen sich seit Jahrzehnten politisch ausgegrenzt und lehnen die indonesische Kontrolle über das Gebiet ab. Die Separatist:innen verweisen dabei auch auf das New Yorker Abkommen aus den 1960er-Jahren, das den Übergang der damaligen Kolonie Niederländisch-Neuguinea an Indonesien mit vorbereitete. Kritiker:innen sagen, die Papua seien dabei nicht ausreichend einbezogen worden.

In den vergangenen Jahren hat sich die Lage in der Region deutlich verschärft. Menschenrechtsgruppen warnen seit Längerem vor einer weiteren Militarisierung. Eneko Bahabol vom Papuanischen Kirchenrat sagte laut Radio New Zealand, Bewohner:innen des betroffenen Dorfs seien bereits in benachbarte Bezirke geflohen. Sie befürchteten offenbar, dass Indonesien mit einer Militäroperation auf den Angriff reagieren könnte.

Sorge vor weiterer Gewalt in Papua

Ein Sprecher des US-Außenministeriums teilte laut Radio New Zealand mit, man stehe mit den ermittelnden indonesischen Behörden und der Familie des Piloten in Kontakt und verfolge die Entwicklung aufmerksam. Weitere Angaben machte das Ministerium zunächst nicht. Damit bleibt offen, ob der Fall auch diplomatische Folgen haben wird.

Der Vorfall erinnert zudem an einen früheren Fall: 2024 war ein neuseeländischer Pilot von derselben Rebellengruppe entführt und erst nach 19 Monaten freigelassen worden. Schon damals zeigte sich, wie schnell sich der Konflikt in Papua international ausweiten kann. Der Tod des US-Piloten dürfte den Druck auf Indonesien, aber auch auf internationale Akteur:innen, nun weiter erhöhen.


Verwendete Quellen:

washingtonpost.com: "Body of American pilot killed in Indonesian separatist conflict recovered"

bbc.com: "Papuan rebels say they shot dead US pilot and burned his plane"

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