"Markus Lanz"
Ulrike Herrmann sieht Kanzler Merz vor dem Aus: "Das ist, glaube ich, schon in der Union beschlossen"
Veröffentlicht:
von teleschau - Natascha Wittmann:newstime
AfD jetzt mit Rekordvorsprung vor Union
Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Bei "Markus Lanz" blickte Ulrike Herrmann mit großer Sorge auf die anstehenden Ost-Wahlen und rechnete dabei auch mit der Union ab. Die Journalistin zeigte sich überzeugt, dass Friedrich Merz politisch nicht unbeschadet aus den Ergebnissen herauskommen werde.
Am 6. September steht Sachsen-Anhalt vor einer richtungsweisenden Landtagswahl - und die Zahlen sorgen für Nervosität. In den aktuellen Umfragen liegt die AfD mit 42 Prozent klar vorne, die CDU als bislang stärkste Regierungspartei kommt nur noch auf 22 Prozent. Bei "Markus Lanz" wurde das am Mittwochabend zum Aufhänger für eine Grundsatzdebatte: Wie ist die Stimmung im Land, was taugt die Brandmauer, und was bedeutet das alles für Bundeskanzler Friedrich Merz?
Journalistin Sabine Rennefanz beschrieb die Atmosphäre kurz vor dem Urnengang so: "Je näher diese Wahl rückt, desto größer wird die Nervosität." Auf Lanz' Nachfrage, ob das berechtigt sei, warnte sie vor der Dramatisierung, die der AfD in die Karten spielen könnte: "Man tritt da so ein bisschen in die Falle der AfD, die ja auch sagt: 'Das ist etwas ganz Großes'."
Lanz richtete den Blick danach auf Ulrike Herrmann und fragte: "Was ist das, was da für Sie am 6. September kommt?" Herrmann machte klar, wie ernst sie die Lage einschätzt: "Aus meiner Sicht ist es tatsächlich eine Zäsur. (...) Die AfD ist rechtsradikal, sie ist voller Hass." Herrmann warnte konkret: "Jeder, der Migrationshintergrund hat, muss sich Sorgen machen." Lanz hakte interessiert nach: "Sie vertrauen da nicht dem Grundgesetz?" Die Journalistin schüttelte den Kopf und verwies darauf, dass mit dem Aufschwung der AfD "rechtsradikale Gewaltdelikte" nachweislich zugenommen hätten. "Da kann man doch nicht wegsehen", so Herrmann streng. Auch Journalist Marc Felix Serrao warnte: "Die AfD ist eine radikale, aggressive Anti-System-Partei." Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass die Rhetorik "nicht von irgendwo her" komme.
Ulrike Herrmann: "Die CDU trägt Mitschuld an diesem Erfolg der AfD"
Serrao behauptete, es gebe inzwischen "keinen AfD-Politiker, der nicht selbst schon Drohungen (...) oder Gewalt erlebt hat". Sein bitteres Fazit: "Dieser Umgang mit der Partei hat zu so einem ganz stark ausgeprägten (...) Lagerdenken geführt. Das ist Gift für die Demokratie." Serrao kritisierte in dem Zusammenhang besonders die Union, die nie die Hand in Richtung AfD "ausgestreckt" habe. Damit war das Gespräch schnell bei der Frage, ob die Ost-Wahlen auch für Friedrich Merz zum Problem werden könnten. Ulrike Herrmann legte sich fest: Merz werde nach den Landtagswahlen "Geschichte" sein. Ihre Einschätzung? Man werde sich spätestens nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern "auf die Suche nach einem neuen Kanzler machen": "Das ist, glaube ich, schon in der Union beschlossen."
Ulrike Herrmann erklärte, welche Gründe dahinter stecken: "Die CDU trägt Mitschuld an diesem Erfolg der AfD in der Hinsicht, dass sie (...) Friedrich Merz wirklich nie hätte zum Kanzler machen dürfen, weil vorher schon klar war, dass er nicht die nötige Erfahrung mitbringt." Laut der Journalistin müsse man als Volkspartei "erkennen, dass man im Kanzleramt Profis braucht. Und dass die Volkspartei CDU nicht in der Lage war, zu erkennen, dass man da jemanden braucht, der es auch tatsächlich kann, zeigt ja, dass auch die CDU tatsächlich schon schwer in einer Krise ist".
Serrao über möglichen Wahlerfolg der AfD: "Ein heilsamer Schock für die Demokratie"
Beim Thema Brandmauer gingen die Meinungen schließlich auseinander. Serrao bezeichnete einen möglichen AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt zwar als "Schock", er äußerte jedoch die Hoffnung, dass es "ein heilsamer Schock für die Demokratie" sein könnte, "wenn die jetzt tatsächlich mal in die Regierungsverantwortung kämen". Mariam Lau widersprach vehement: "Die Vorstellung, die Brandmauer muss man schleifen - dahinter steckt ja die Idee, dass die AfD im Grunde genommen eine etwas vulgärere, radikalere CDU ist." Ulrike Herrmann hielt Serraos Hoffnung ebenfalls für falsch und sagte: "Diese Hoffnung, die Sie haben, (...) dass sie dann sozusagen am Amt scheitern, das wird höchstwahrscheinlich gar nicht passieren. Sondern stattdessen profitieren sie davon, (...) dass sie mal in der Regierung waren und jetzt auch zum System gehören."
Marc Felix Serrao blieb trotzdem optimistisch. Laut dem Journalisten würde Deutschland "eine AfD-Regierung überstehen", da er "ein großes Vertrauen in diese Demokratie, in ihre Institutionen und auch in die Klugheit der Wähler" habe. Serrao warnte in dem Zusammenhang: "Wir haben in einer Demokratie jetzt mittlerweile eine Partei, die in einzelnen Bundesländern an die absolute Mehrheit rankommt. Also wie soll das funktionieren, wenn man sagt: Die sind nicht im Spiel!"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Katastrophenschutz
Bundesweiter Warntag 2026: Das musst du zu der Aktion wissen

Beliebter Snack
Salzstangen bei Öko-Test – bei diesen Marken vorsichtig sein

Beliebte Mahlzeit
Porridge bei Öko-Test – Markenprodukt enttäuscht

Neue Berechnungen
4,4 Prozent Rentenerhöhung: Warum die Auszahlung trotzdem niedriger ausfallen kann

Verbraucherzentralen klären auf
Soja-Produkte im Check: Wie gesund oder schädlich Tofu und Sojadrinks sind

Pestizide, Mineralöl und Zucker
Ist Studentenfutter wirklich gesund? Öko-Test entdeckt unerwünschte Stoffe




