US-Diplomat unter Beschuss
Trumps Chaos-Gesandter Steve Witkoff: Diplomat leistete sich bei Putin schwere Patzer
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerUS-Präsident Trump schüttelt seinem Sondergesandten Witkoff im Weißen Haus die Hand.
Bild: Kent Nishimura/REUTERS
US-Sondergesandter Steve Witkoff sorgt erneut für Aufsehen: Nach einem Treffen mit Wladimir Putin in Moskau entstehen Verwirrung und Kritik an seiner Rolle. Fehlende Aufzeichnungen und widersprüchliche Aussagen belasten die Beziehungen zu den europäischen Partner:innen.
Das Wichtigste in Kürze
US-Diplomat Steve Witkoff sorgt mit widersprüchlichen Aussagen nach einem Treffen mit Putin für Verwirrung.
Fehlende Protokolle und Versäumnisse bei wichtigen Fragen belasten das Vertrauen internationaler Partner:innen.
Das Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin am 15. August brachte keine Fortschritte im Ukraine-Konflikt.
Steve Witkoff, US-Sondergesandter ohne diplomatischen Hintergrund, steht erneut im Zentrum der Kritik. Bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am 6. August überbrachte er US-Präsident Donald Trump die Nachricht, dass Russland angeblich zu erheblichen Zugeständnissen bereit sei, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Doch was zunächst wie ein diplomatischer Durchbruch wirkte, entpuppte sich schnell als chaotischer Fehlschlag.
Witkoff berichtete, dass Putin bereit sei, sich aus den ukrainischen Regionen Saporischschja und Cherson zurückzuziehen – allerdings nur, wenn Kiew die Regionen Donezk und Luhansk abtritt. Diese Darstellung sorgte bei europäischen Staatsführer:innen für Überraschung, da sie nicht mit ihren Einschätzungen von Putins Position übereinstimmte. Bereits einen Tag später änderte Witkoff seine Aussage: Nun hieß es, Putin verlange keine offizielle Anerkennung von Saporischschja und Cherson als russisches Territorium, wolle sich aber keinesfalls zurückziehen.
Fehlende Aufzeichnungen verschärfen die Lage
Zusätzlich zur inhaltlichen Verwirrung wird Witkoff vorgeworfen, grundlegende diplomatische Standards missachtet zu haben. Der Immobilienmagnat trat ohne Protokollführer des Außenministeriums zu dem Gespräch mit Putin an. Dadurch fehlen offizielle Aufzeichnungen über Putins genaue Vorschläge. Laut dem Magazin "The Atlantic" führte dies zu Irritationen bei europäischen Partner:innen, die bereits auf verlässliche Informationen gehofft hatten.
Zudem soll Witkoff es versäumt haben, entscheidende Fragen zu stellen – etwa, was mit den in den besetzten Gebieten stationierten russischen Truppen geschehen solle. Laut The Atlantic ging es bei Putins Vorschlägen lediglich um einen Verzicht auf den "russischen Rechtsanspruch" auf bestimmte Gebiete, nicht aber um einen tatsächlichen Rückzug der Truppen.
Gipfeltreffen ohne Fortschritte
Das Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin am 15. August in Anchorage brachte schließlich keine nennenswerten Ergebnisse. Trump hatte bereits im Vorfeld die Erwartungen gedämpft und das Treffen als Teil eines längerfristigen diplomatischen Prozesses beschrieben. Viele Politiker:innen, die auf einen Durchbruch gehofft hatten, wurden erneut enttäuscht.
Wie "The Atlantic" analysierte, verdeutlichen die Ereignisse einmal mehr, dass sich Putins Forderungen seit Beginn des Krieges kaum verändert haben. Die erneuten Fehler Witkoffs werfen indes Fragen zur Auswahl und Eignung von US-Diplomat:innen in kritischen Konflikten auf – insbesondere dann, wenn es um weitreichende geopolitische Entscheidungen geht.
Verwendete Quellen:
The Atlantic: "Did the White House Not Understand What Putin Was Really Offering?"
Nachrichtenagentur dpa
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