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Riesenwels erobert den Gardasee: Experten warnen vor den Monster-Fischen

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

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Gardasee kämpft gegen 2-Meter-Raubfisch

Videoclip • 01:25 Min • Ab 12


Im Gardasee breitet sich der Riesenwels rasant aus – ein Raubfisch, der bis zu drei Meter lang werden kann und heimische Fischarten verdrängt. Die Region Venetien hat 100.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Expert:innen warnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Riesenwels breitet sich im Gardasee aus und bedroht heimische Arten wie die weltweit einzigartige Gardaseeforelle.

  • Die Region Venetien stellt jetzt 100.000 Euro für die gezielte Befischung aus.

  • Normalerweise greift der Monster-Fisch keine Menschen an - es gibt aber Ausnahmen.

Riesenwels wird für den Gardasee zur Gefahr

Der Gardasee, Italiens größter und bei deutschen Urlauber:innen beliebtester See, hat ein wachsendes Problem – und es lebt unter der Wasseroberfläche. Der Riesenwels (italienisch: Pesce Siluro), ein Raubfisch, der über zwei Meter lang und über 100 Kilogramm schwer werden kann, breitet sich im See rasant aus. Ursprünglich war der Wels im Gardasee nicht heimisch.

Der Wels frisst fast alles, was ihm vors Maul kommt: Fische, Krebse, Frösche und sogar Wasservögel, wie der "Merkur" berichtet. Im Gardasee bedroht er damit heimische Arten. Besonders gefährdet ist die Gardaseeforelle – eine Fischart, die weltweit ausschließlich im Gardasee vorkommt und bereits als vom Aussterben bedroht gilt.

Der Wels hat im Gardasee kaum natürliche Feinde. Der Fisch ist zudem nachtaktiv ist und hält sich tagsüber am Seegrund auf – was seine Bekämpfung erschwert.

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Venetien macht Jagd auf den Riesenwels

Doch die Geduld mit dem Monster-Fisch neigt sich dem Ende zu. Die Region Venetien, zu der das südliche und östliche Ufer des Gardasees gehört, hat laut "Giornale del Trentino" 100.000 Euro für Gegenmaßnahmen bereitgestellt. Das Geld soll der italienischen Regionalzeitung zufolge für gezielte Befischung und die Erforschung der Ausbreitung des Welses im See eingesetzt werden.

Laut "Merkur" konzentriert sich der Welsbestand bislang auf den südlichen, flacheren Teil des Sees. Die Region Trentino, die das Nordufer verwaltet, beobachtet die Lage lebenfalls.

Im Kampf gegen den Riesenwels setzen die Behörden auf professionelle Fischer:innen mit speziellen Netzen und Reusen. Dabei sollen vor allem größere Exemplare aus dem See entfernt werden.

Ob die Maßnahmen wirken, ist zumindest fraglich: Den Berichten zufolge hat sich der Wels in anderen italienischen Gewässern wie dem Po bereits seit Jahrzehnten festgesetzt und ist dort trotz Befischung nicht mehr zurückzudrängen. Am Gardasee hofft man nun darauf, dass ein frühzeitiges Eingreifen Schlimmeres verhindern kann.

Müssen Badegäste den Wels fürchten?

Badegäste am Gardasee müssen sich keine allzu großen Sorgen vor den Riesenwelsen machen. Normalerweise greifen die Riesenfische keine Menschen an - es sei denn sie fühlen sich bedroht oder verteidigen ihr Nest. So wie im fränkischen Brombachsee vor einem Jahr, als ein Zwei-Meter-Wels dort fünf Menschen gebissen hatte - und schließlich von der Polizei erschossen wurde.



Verwendete Quellen:

T-Online: "Riesenwelse breiten sich im Gardasee aus"

giornaletrentino.it: "Garda, cresce l'allarme per il pesce siluro: dal Veneto 100mila euro per contrastarlo

Merkur.de: "Tier wird über zwei Meter lang: Raubfisch-Invasion am Gardasee – Region greift zu Notmaßnahme"

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