Experten warnen vor gravierenden Folgen

Trump verschärft Anti-Drogenkampf: Bodeneinsätze in Mexiko angekündigt

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Donald Trump will seinen Kampf gegen Drogenkartelle ausweiten. (AP Photo/Evan Vucci)

Bild: AP


Donald Trump kündigt eine Verschärfung des Anti-Drogenkampfs an. Die USA könnten künftig auch auf mexikanischem Boden gegen Kartelle vorgehen, was diplomatische Spannungen und unbeabsichtigte Folgen auslösen könnte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump kündigt mögliche Einsätze gegen Drogenkartelle in Mexiko an.

  • Fachleute warnen vor gravierenden unbeabsichtigten Folgen und diplomatischen Spannungen.

  • Die von Trump genannten Todeszahlen sind nicht durch offizielle Daten gedeckt.

Donald Trump hat angekündigt, dass die USA ihren Kampf gegen Drogenkartelle intensivieren werden. Dabei sollen mögliche Einsätze auch auf mexikanischem Boden stattfinden. In einem Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity sagte der ehemalige Präsident: "Wir werden jetzt anfangen, an Land zuzuschlagen." Trump begründet diesen Schritt mit der Kontrolle Mexikos durch Kartelle und der hohen Zahl von Todesfällen durch Drogen in den USA, die er auf "250.000 bis 300.000" jährlich beziffert. Diese Zahl ist allerdings nicht durch offizielle Gesundheitsdaten gedeckt: Laut vorläufigen CDC-Daten liegt die Zahl der Todesfälle durch Überdosierung bei rund 76.516 im Jahr bis April 2025 – ein Rückgang um fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

USA stufen Drogenkartelle als Terrororganisationen ein

Die Äußerung deutet darauf hin, dass die bisher vorwiegend maritime Anti-Drogen-Operation der USA künftig auf mexikanischen Boden ausgeweitet werden könnte. Dies würde nicht nur die Souveränität Mexikos berühren, sondern auch Fragen zu den Befugnissen des US-Kongresses und möglichen Gegenreaktionen entlang der Grenze aufwerfen. Fachleute warnen vor schwerwiegenden unbeabsichtigten Folgen eines solchen Vorgehens, darunter Vertreibungen und ein verstärkter Migrationsdruck. Zudem könnte ein Militäreinsatz gegen Kartelle als Aggression gewertet werden und die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Mexiko belasten.


Bereits im August hatte Trump eine Direktive unterzeichnet, die das US-Militär anwies, Drogenkartelle als ausländische Terrororganisationen einzustufen und gezielt zu bekämpfen. Dieser Schritt hat Bedenken hinsichtlich diplomatischer Übergriffe ausgelöst. Zudem könnte die Einstufung von Kartellen weitreichende Folgen für Asylsuchende haben, die gezwungen waren, Kartellen materielle Unterstützung zu leisten – was rechtlich problematisch werden könnte.

Statistiken widersprechen Trump

In seinem Interview bei "Hannity" betonte Trump erneut, dass die Kartelle Mexiko beherrschen und für zahlreiche Todesfälle in den USA verantwortlich seien. Expert:innen weisen jedoch darauf hin, dass Trumps genannte Zahlen nicht durch Gesundheitsdaten gestützt sind. Die vorläufigen Statistiken zeigen vielmehr einen Rückgang der Todesfälle durch Überdosierungen.

Die Frage bleibt, ob Trumps Ankündigung eine tatsächliche militärische Eskalation oder lediglich eine politische Strategie darstellt. Klar ist jedoch, dass eine Ausweitung des Anti-Drogenkampfs auf mexikanischen Boden eine diplomatische Konfrontation mit sich bringen könnte.


Verwendete Quellen:

Fox News: Trump Interview bei "Hannity"

Nachrichtenagentur dpa

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