Krisenmanager Gregg Phillips
"Bin teleportiert worden": US-Spitzenbeamter sorgt für Kopfschütteln
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannDer Spitzenbeamte der US-Krisenmanagementbehörde Fema, Gregg Phillips, behauptet, schon mehrere Male teleportiert worden zu sein.
Bild: Nathan Howard/REUTERS
Ein Rechtsaktivist mit Hang zu Verschwörungstheorien leitet seit Dezember eine Schlüsselstelle in der US-Katastrophenschutzbehörde Fema. Besonders seine Aussagen zu angeblichen Teleportationen irritieren.
Das Wichtigste in Kürze
Rechtsaktivist Gregg Phillips hat seit Dezember eine wichtige Position bei der US-Katastrophenschutzbehörde Fema inne.
In der Vergangenheit machte er mit Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam.
Besonders bizarr erscheinen seine Behauptungen über Teleportationen.
Seit Dezember besetzt der Rechtsaktivist Gregg Phillips eine zentrale Leitungsstelle in der US-Katastrophenschutzbehörde Fema. Die Stelle wurde mitten in der heftigen Wintersturm-Saison in den USA von der Regierung von Donald Trump neu vergeben. Phillips verfügte über wenig Erfahrung im staatlichen Krisenmanagement. Er ist aber lseit Jahren eine bekannte Figur in ultrarechten Medienformaten und Podcasts, in denen er sich wiederholt politisch äußerte – und teils bizarre persönliche Erlebnisse schilderte.
Hochrangiger US-Beamter fabuliert vom Tod Bidens
Eine umfassende Recherche des US-Senders CNN zeigt, wie weitreichend Phillips’ frühere Aussagen sind. Er hat sich demnach wiederholt gewaltverherrlichend geäußert und regelmäßig Verschwörungstheorien verbreitet. Phillips ist ein überzeugter Anhänger der falschen Behauptung, die Präsidentschaftswahl 2020, in der Trump unterlegen war, sei manipuliert worden. Über den damaligen Wahlsieger und Ex-Präsidenten Joe Biden sagte er im vergangenen Jahr in einem Podcast, Biden sei "ein widerlicher, beschissener Mensch und verdiene den Tod. Ich hoffe, er stirbt."
In Podcasts, die er in den vergangenen fünf Jahren mitmoderiert hat, deutete Phillips laut CNN wiederholt an, sowohl Covid-19 als auch der Impfstoff seien darauf ausgelegt, Menschen zu töten. Außerdem behauptete er, hochrangige Beamt:innen des Heimatschutzministeriums hätten nach dem gescheiterten Attentatsversuch auf Trump im Jahr 2024 Treffen abgehalten, bei denen sie wahrscheinlich "den nächsten Attentatsversuch planten".
Teleportieren macht "keinen Spaß"
Besonders bizarr wirken seine Schilderungen angeblicher Erlebnisse über Teleportation. In einer Podcast-Folge vom Januar 2025 sagte Phillips, er sei "zwangsteleportiert" worden. Er beschrieb eine Episode, bei der er mit Freund:innen unterwegs gewesen sei und ankündigte, zu einer Waffle-House-Filiale (eine US-Restaurantkette, Anm. der Redaktion) fahren zu wollen: "Und dann landete ich in einem Waffle House – das war in Georgia, und zwar in einem Waffle House, das etwa 80 Kilometer von meinem ursprünglichen Standort entfernt war." Teleportieren mache "keinen Spaß", so Phillips weiter: "Man versteht es nicht, es ist beängstigend, aber gleichzeitig – so real. Man weiß, dass es passiert, kann aber nichts dagegen tun, also lässt man sich einfach treiben."
In anderen Teilen derselben Folge behauptete er, sein Auto habe sich während der Fahrt angehoben, ihn rund 40 Meilen von Albany im US-Bundesstaat Georgia entfernt getragen und schließlich in einem Graben in der Nähe einer Kirche abgesetzt. Die Erlebnisse seien beängstigend und unkontrollierbar gewesen, sagte Phillips. Er habe sich gefragt, ob sie "böse" oder "gut" seien, sei aber sicher, dass sie real seien und mehrfach vorgekommen seien. In der Podcast-Erzählung schildert er außerdem, wie seine Begleiter:innen am Telefon ungläubig reagiert hätten, als er ihnen sagte, er befinde sich in einem Waffle House in Rome, Georgia: "Das ist unmöglich, du bist doch erst vor einem Augenblick hier weggegangen." Phillips kommentierte dagegen: "Aber es war möglich. Es war real."
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"So absurd, dass es kaum der Rede wert ist"
Innerhalb der Fema versucht man, die Debatte um Phillips’ Vergangenheit kleinzuhalten. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes reagierte auf den CNN-Bericht mit den Worten, "das ist so absurd, dass es kaum der Rede wert ist". Viele der Äußerungen seien aus dem Kontext gerissen, es handle sich um informelle, persönliche, teils spirituelle Wahrnehmungen, die nicht mit seiner Arbeit als Bundesbeamter verwechselt werden sollten.
Gegenüber CNN berichteten zahlreiche Fema-Mitarbeiter:innen, dass sie Phillips anfangs äußerst kritisch gesehen hätten. Grund waren seine bisherige Nähe zur rechten Szene und seine öffentliche Rolle als Verschwörungserzähler. In den Belegschaften der Behörde, die traditionell stark fachlich geprägt ist, galt eine solche Besetzung als ungewöhnlich und riskant.
Im Alltag der Behörde soll Phillips jedoch einige seiner Skeptiker:innen überrascht haben. Mehrere Beschäftigte schilderten laut CNN, er habe sich im operativen Geschäft pragmatisch verhalten und "einen guten Job gemacht". Fachliches Arbeiten, Teamabstimmung und die Organisation im Krisenfall stünden bei ihm im Vordergrund, so die Einschätzung einiger Kolleg:innen.
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Verwendete Quellen:
CNN: "A top FEMA official has history of violent rhetoric and said he once teleported to Waffle House"
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