US-Präsident verärgert
Streit im TV: Trump beendet NBC-Interview vorzeitig
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Trump gerät mehr und mehr unter Druck
Videoclip • 02:03 Min • Ab 12
In einem NBC-Interview äußerte sich Donald Trump optimistisch zu den Verhandlungen mit dem Iran. Als Moderatorin Kristen Welker ihn jedoch mit seinen Wahlbetrugsvorwürfen konfrontierte, kippte die Stimmung – und der Präsident beendete das Gespräch vorzeitig.
Das Wichtigste in Kürze
Trump spricht in einem TV-Interview von Fortschritten bei den Verhandlungen mit dem Iran.
Sanktionserleichterungen soll es nach seinen Worten erst nach einer Einigung geben.
Nach einem hitzigen Schlagabtausch mit einer Journalistin des NBC bricht Trump das Interview unvermittelt ab.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stehen nach Einschätzung von Donald Trump kurz vor einem Durchbruch. In einem Interview mit dem Sender NBC erklärte der US-Präsident, man sei "einer Einigung mit dem Iran sehr nahe". Sollte kein Abkommen zustande kommen, werde die Angelegenheit "auf die eine oder andere Weise" gelöst. "So oder so gewinnen wir", sagte Trump.
Nach seinen Angaben gibt es nur noch wenige offene Punkte. Teheran habe bereits akzeptiert, keine Atomwaffen zu besitzen. Trump machte jedoch deutlich, dass ein mögliches Abkommen aus seiner Sicht nicht nur die Entwicklung, sondern auch den Erwerb von Atomwaffen ausdrücklich ausschließen müsse.
Trump: Keine Zugeständnisse vor einer Einigung
Wenig Spielraum sieht der Präsident bei wirtschaftlichen Zugeständnissen. Auf die Frage, ob die USA eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben oder Sanktionen bereits vor einer Einigung lockern würden, antwortete Trump mit einem klaren "Nein". Solche Schritte kämen erst nach einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen infrage. Dann könne man weiterreden, sofern sich die iranische Seite an die Vereinbarungen halte.
Die Frage nach den blockierten Vermögenswerten gilt als einer der größten Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Die iranische Führung fordert seit Langem die Freigabe von Geldern, die im Zuge westlicher Sanktionen eingefroren wurden. Nach Angaben iranischer Vertreter:innen hängt eine dauerhafte Einigung maßgeblich von Fortschritten in dieser Frage ab.
Spekulationen über eine mögliche Einbindung des Libanon in ein kurzfristiges Abkommen wies Trump dagegen zurück. Zwar gebe es Akteure, die sich eine solche Lösung wünschten, zur Bedingung mache er dies jedoch nicht.
Schlagabtausch über Trumps Wahlvorwürfe
Für die größten Schlagzeilen sorgte letztlich nicht Trumps Iran-Politik, sondern das abrupte Ende des Interviews. Moderatorin Kristen Welker konfrontierte den Präsidenten mit seinen wiederholten Behauptungen über angeblich manipulierte Wahlen in den USA. Als sie seine Aussagen hinterfragte, kippte die Stimmung.
Trump warf mehreren großen US-Medien Einseitigkeit vor und griff die Journalistin sowie ihren Sender persönlich an. "Ihr seid einseitige, korrupte Sender", sagte er mit Blick auf NBC sowie andere amerikanische Fernsehnachrichten. Kurz darauf erklärte der Präsident: "Beenden wir das hier. Ich habe genug."
Welker versuchte noch, das Gespräch fortzusetzen, und erinnerte daran, dass sie eigens für das Interview nach Wisconsin gereist war. Trump hielt dagegen, er habe ihr bereits ausreichend Zeit eingeräumt. Zudem kritisierte er die amerikanische Medienlandschaft scharf. "Ein Land kann niemals großartig sein, wenn seine Presse unehrlich ist", sagte der Präsident, bevor er aufstand und die Aufzeichnung verließ.
Auch in den News:
Trump sieht iranische Militärkapazitäten geschwächt
Zuvor hatte Trump auch die militärische Lage im Konflikt mit dem Iran kommentiert. Nach seiner Darstellung wurden große Teile der iranischen Drohnen- und Raketeninfrastruktur zerstört. Der Iran verfüge zwar weiterhin über entsprechende Kapazitäten, diese seien jedoch deutlich geschwächt.
Schätzungsweise seien noch 21 bis 22 Prozent des ursprünglichen Raketenbestands vorhanden, so Trump. Das seien zwar weiterhin viele Raketen, aber deutlich weniger als zu Beginn der militärischen Auseinandersetzungen.
Das Interview war bereits am Freitag aufgezeichnet und am Sonntag ausgestrahlt worden. Also bevor der Nahost-Konflikt erneut eskalierte, da der Iran Raketen auf Israel abfeuerte und Israel trotz einer Warnung durch Trump zum Gegenschlag ausholte. Am Ende sorgten aber ohnehin nicht Trumps Ausführungen zum Iran für Aufmerksamkeit, sondern sein demonstrativer Abgang vor laufender Kamera.
Verwendete Quellen:
Tagesspiegel: "'Sie sind korrupt': Trump bricht NBC-Interview wutentbrannt ab"
Reuters: "In fiery NBC interview, Trump says deal with Iran is "very close," would not unfreeze Iranian assets upfront"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Spekulationen
Putins Hardliner bringen Einsatz von Atomwaffen ins Spiel

Debatte
Menschen könnten Kontrolle verlieren: Anthropic-Mitgründer Jack Clark warnt vor KI-Entwicklung

Landtagswahl im September
AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt? Experte zeichnet düsteres Bild

Kurioser Polizeieinsatz in Brandenburg
Zum Bierholen: Elfjähriger fährt Vater in Oranienburg zur Tankstelle

Paschinjan triumphiert
Armenien wählt pro-westlich: Putin hat im Berg-Karabach-Konflikt Vertrauen verloren

Polit-Talk
Setzt Sozialsystem falsche Anreize? Arbeitszeit-Debatte bei Miosga



