Spekulationen
Bei Putins Wirtschaftsgipfel: Hardliner blicken in die Zukunft – und sprechen von Atomwaffen
Aktualisiert:
von Damian Rausch:newstime
Putin bestreitet Angriffspläne auf NATO-Staaten
Videoclip • 55 Sek • Ab 12
Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf russische Ziele fort und kündigt neue Raketen mit großer Reichweite an. Gleichzeitig sorgen russische Hardliner beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg mit weitreichenden Forderungen und Atomwaffen-Spekulationen für Aufsehen.
Das Wichtigste in Kürze
Auf der von Russland annektierten Krim wurden nach russischen Angaben vier Menschen bei ukrainischen Angriffen getötet.
Russische Hardliner stellten beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg Szenarien vor, die bis zur Besetzung weiterer ukrainischer Städte reichen.
Die ukrainische Firma Fire Point kündigte neue ballistische Raketen an, die künftig Ziele in Moskau erreichen könnten.
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine verschärft sich weiter. Ukrainische Angriffe auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim und Ziele in St. Petersburg haben nach Angaben russischer Behörden mehrere Todesopfer gefordert. Zugleich sorgen auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg radikale Zukunftsszenarien russischer Hardliner für Aufmerksamkeit. Darüber berichtet der "Kölner Stadt Anzeiger" unter Berufung auf russische Behörden, die Zeitung "Kommersant" und westliche Analysten.
Auch in den News:
Russische Hardliner zeichnen drastische Szenarien
Beim Wirtschaftsforum präsentierten der kremlnahe Oligarch Konstantin Malofejew und der Nationalist Alexander Dugin laut der russischen Zeitung "Kommersant" verschiedene Zukunftsszenarien für Russland bis zum Jahr 2036 beziehungsweise 2050.
Im aus ihrer Sicht besten Fall würde Russland die Kontrolle über Kiew sowie die Großstädte Odessa und Charkiw erlangen. Zudem stellen die Hardliner einen Zerfall der Europäischen Union in Aussicht. Als negatives Szenario nannten sie hingegen eine militärische Niederlage Russlands, einen NATO-Beitritt der Ukraine und den weiteren Verlust russischen Einflusses im postsowjetischen Raum.
Dugin spekulierte zudem über einen möglichen Einsatz von Atomwaffen, falls sich die militärische Lage für Russland nicht entscheidend verbessern sollte.
Experten vermuten Strategie des Kremls
Westliche Beobachter:innen sehen hinter den drastischen Aussagen ein politisches Kalkül. Nach Einschätzung der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) könnten die extremen Forderungen dazu dienen, die russischen Kriegsziele zu untermauern. Gleichzeitig erscheine die Rhetorik von Kremlchef Wladimir Putin dadurch im Vergleich moderater.
Ukraine kündigt neue Raketen an
Unterdessen bereitet die Ukraine offenbar weitere Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland vor. Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point kündigte an, ab Sommer oder spätestens im Herbst ballistische Raketen des Typs FP-9 bereitstellen zu wollen. Diese sollen nach Unternehmensangaben Reichweiten erreichen, die Angriffe auf Moskau ermöglichen könnten.
Bislang setzt die Ukraine bei Angriffen auf die russische Hauptstadt vor allem auf Drohnen. Der Chefkonstrukteur des Unternehmens, Denys Schtilerman, sagte ukrainischen Medien zufolge: "Sobald ein Testflug zeigt, dass alles normal funktioniert, muss der nächste Flug Richtung Moskau starten."
Verwendete Quellen:
Kölner Stadt-Anzeiger: "Ukraine greift auf Krim an – Putins Hardliner nennen drei Szenarien"
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