Illegale Produkte
Shein im EU-Visier: Nach Sexpuppen-Skandal erhöht Brüssel den Druck
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Sexpuppen-Skandal erschüttert Shein (4. November 2025)
Videoclip • 31 Sek • Ab 12
Beim Online-Händler Shein wurden kindliche Sexpuppen und Waffen angeboten. Mit einem formellen Verfahren reagiert die EU-Kommission auf die Skandale.
Das Wichtigste in Kürze
Die EU erhöht den Druck auf den Online-Händler Shein, der unter anderem wegen des Verkaufs von Sexpuppen in Kinderoptik in der Kritik stand.
Aus Brüssel wird der Verdacht geäußert, Shein würde zu wenig gegen den Vertrieb illegaler Produkte tun und nicht genug für den Verbraucherschutz.
Das EU-Verfahren wird vom Handelsverband Deutschland ausdrücklich begrüßt.
Die EU-Kommission leitet nach dem Skandal um den Verkauf von Sexpuppen mit kindlichem Aussehen ein formelles Verfahren gegen den chinesischen Online-Händler Shein ein. Das Unternehmen wird von der Brüsseler Behörde verdächtigt, nicht genug gegen den Vertrieb illegaler Produkte auf seiner Plattform zu tun – und zusätzlich den Verbraucherschutz zu vernachlässigen.
Als Grundlage für das Verfahren dient das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA). Sollte die EU-Kommission Regelverstöße bestätigen, kann sie eine Geldstrafe verhängen. Möglich wäre aber auch, dass die Brüsseler Internetwächter:innen Zusagen von Shein akzeptieren und die Ermittlungen einstellen. Eine Sperrung der Plattform wäre das letzte Mittel und gilt als eher unwahrscheinlich.
Das sind die Gründe für die Shein-Ermittlungen
Illegale Produkte: Shein hatte zusätzlich zu Sexpuppen mit kindlichem Aussehen auch genehmigungspflichtige Waffen sowie Medikamente auf seinem Online-Marktplatz angeboten. Das Unternehmen entfernte die Angebote nach aufkommender Kritik selbst von seiner Seite.
Süchtig machendes Design: Die EU-Kommission nimmt das mutmaßlich süchtig machende Design unter die Lupe, etwa Punkte- und Belohnungssysteme, die Kund:innen zu mehr Konsum animieren sollen. Diese könnten sich negativ auf den Verbraucherschutz auswirken. Besonders problematisch seien die Belohnungssysteme, weil auch Minderjährige auf der Plattform einkaufen könnten.
Mangelnde Transparenz bei Algorithmen: Außerdem geht es um die Transparenz der Empfehlungen, mit denen Shein seinen Nutzer:innen Produkte per Algorithmus vorschlägt. Das europäische Recht schreibt großen Plattformen vor, die wesentlichen Parameter ihrer Algorithmen offenzulegen.
Hochrangige Beamt:innen aus der EU-Kommission lassen verlauten, Shein verhalte sich in der Zusammenarbeit kooperativ. Heftige Spannungen gab es hingegen zuletzt bei Verfahren gegen US-Unternehmen.
Handelsverband Deutschland lobt EU-Verfahren
Von Seiten des Handelsverbands Deutschland (HDE) wird der Vorstoß der EU-Kommission gegen Shein als "ermutigendes Zeichen" befürwortet. "Die Zeit der Worte muss vorbei sein, jetzt geht es um Taten. Das jahrelange Zuschauen, wie Händler und Plattformen aus Fernost unsere Regeln serienweise mit Füßen treten, darf sich nicht fortsetzen", so HDE-Präsident Alexander von Preen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
"Wenn die Missstände nicht konsequent und glaubhaft abgeschafft werden, darf auch die Abschaltung einer Plattform kein Tabu sein", unterstreicht von Preen. Unfairer Wettbewerb ruiniere heimische Handels- und Produktionsunternehmen.
Chinesische Online-Händler wie Shein oder dessen Konkurrenz Temu erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Laut HDE werden täglich etwa 400.000 Pakete von Shein und Konkurrent Temu nach Deutschland verschickt.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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