EU-Sicherheitsbehörden warnen
Semyon Skrepetsky in Polen erschossen: Ermittlungen zum Anschlag auf den Putin-kritischen Künstler
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Deutscher General warnt Putin: "Kämpfen um jeden Zentimeter"
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Der russische Karikaturist Semyon Skrepetsky machte sich mit seiner Kunst über Putin, Lukaschenko oder Stalin lustig – jetzt wurde er erschossen. In Polen nahmen die Behörden nun zwei Männer fest.
Das Wichtigste in Kürze
Der russische Künstler Semyon Skrepetsky ist in Polen erschossen worden.
Zwei belarusische Männer seien bereits festgenommen worden, eine Anklage blieb bislang aus.
Der Putin-kritische Künstler hatte sich in seinen Zeichnungen immer wieder unter anderem über den Kremlchef lustig gemacht.
Am Montag (15. Juni) wurde der Künstler und Putin-Kritiker mit dem Pseudonym Semyon Skrepetsky in Polen erschossen. Der Mann lag bereits am Boden, als der Schütze aus unmittelbarer Nähe zwei weitere Schüsse abfeuerte.
Zwei Männer aus Belarus seien festgenommen worden, die polnische Staatsanwaltschaft hatte den Angriff nun auch offiziell bestätigt.
Auch in den News:
"Die Beteiligung dieser beiden Männer und ihr Zusammenhang mit diesem Vorfall werden derzeit untersucht", so der Sprecher Marcin Kozak im ostpolnischen Verwaltungsbezirk Lublin nach Angaben der Nachrichtenagentur Polska Agencja Prasowa (PAP). Eine Anklage sei bisher nicht erhoben worden.
Der 44-jährige russische Künstler war in der Kleinstadt Biala Podlaska in Polen erschossen worden. Das Opfer sei "künstlerisch tätig" gewesen und habe mit seiner karikaturartigen Kunst Kritik an Kremlchef Wladimir Putin sowie "aktuellen Handlungen und Maßnahmen der Behörden der Russischen Föderation" geäußert, so Kozak. Seit 2021 lebte Skrepetsky in Polen im Exil.
Semyon Skrepetsky demonstriert vor der russischen Botschaft in Berlin
Bild: picture alliance / Sipa USA
Sicherheitsbehörden warnen vor weiteren Anschlägen
Skrepetsky war mit seinen Zeichnungen über Kremlchef Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder auch Sowjetdiktator Josef Stalin bekannt geworden. Auch über den tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow oder russische Oppositionelle hatte sich der Künstler lustig gemacht.
So demonstrierte der 44-Jährige erst kürzlich am Nationalfeiertag Russlands, dem 12. Juni, mit einer Karikatur vor der russischen Botschaft in Berlin. Das teilte die unabhängige Internetplattform "Sota" mit.
In mehreren EU-Ländern hatten Sicherheitsbehörden vor Anschlägen auf russische Regierungsgegner:innen gewarnt. So wurde 2024 ein russischer Militärpilot in Spanien erschossen, der sich mit seinem Helikopter im Jahr zuvor in die Ukraine abgesetzt hatte. Manche der geplanten Attentate konnten bereits auch verhindert werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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