Energiesicherheit
Reiche plant staatliche Gasreserve für den Notfall
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Gasspeicher: Teure Befüllung droht
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge Gas zurückhalten, falls Importe ausfallen sollten. Zehn Prozent der deutschen Speicherkapazitäten sollen demnach für Notfälle reserviert werden.
Das Wichtigste in Kürze
Deutschland soll notfalls zwei Wochen im Winter von staatlichen Gasreserven leben können.
Das plant die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge.
Demnach soll die Gasreserve 24 Terawattstunden betragen.
Für den Krisenfall will die Bundesregierung eine staatliche Reserve an Gaskapazitäten vorhalten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Bloomberg und das "handelsblatt" meldet, hat das Wirtschaftsministerium ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Demnach sollen künftig zehn Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten als Notfallreserve vorgehalten werden. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums bestätigte, dass derzeit ein zusätzliches Instrument zur Absicherung gegen externe Schocks erarbeitet werde.
Wie es in dem Bericht heißt, soll die Reserve eine Größe von etwa 24 Terawattstunden haben. Damit solle in einem normalen Winter die Versorgung für etwa zwei Wochen gesichert sein, falls alle Gasimporte ausfallen sollten. Die einmaligen Kosten dafür sollen zwischen 500 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro betragen, die jährlichen Betriebskosten bis zu 165 Millionen Euro. Dem Ministeriumssprecher zufolge soll die geplante strategische Reserve strikt vom Markt getrennt als reine Krisenvorsorge dienen, um den Markt nicht zu verzerren. Dazu befinde man sich weiter in Gesprächen.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte lange gezögert, ein solches Instrument einzuführen, so Reuters weiter. Der Markt funktioniere, so die CDU-Politikerin. Die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 aufgebauten Terminals für Flüssigerdgas (LNG) hätten den Speicherbedarf reduziert.
Grund für die geplante Gasreserve des Staates ist, dass sich das Geschäftsmodell für Speicherbetreiber zunehmend als unwirtschaftlich erweist. Im Unterschied zur Zeit vor dem Ukraine-Krieg, als günstiges russisches Pipeline-Gas im Sommer eingespeichert wurde, setzen Händler nun auf kurzfristige Beschaffung. Dadurch werde die langfristige Einspeicherung unattraktiv. Nach Informationen des "Handelsblatts" bezweifelt die Branche, dass LNG-Terminals die Speicher ersetzen können. Die Speicher hätten während der Kältewellen im vergangenen Winter für den Großteil der Versorgungssicherheit gesorgt.
Verwendete Quellen:
bloomberg.com: "Regierung plant strategische Gasreserve für 1,5 Milliarden Euro"
Nachrichtenagentur Reuters
handelsblatt.com: "Reiche plant die Einführung einer staatlichen Gasreserve"
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