Deutlicher Bevölkerungsschwund
Russland will mehr Babys – doch Putins Strategie verpufft
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Putins Kampf gegen das Altern: 26 Milliarden für ewiges Leben?
Videoclip • 03:12 Min • Ab 12
Putins Appelle an russische Familien verhallen, die Geburtenrate fällt auf Rekordtief. Jetzt plant das Gesundheitsministerium einen heiklen Eingriff in die Privatsphäre.
Das Wichtigste in Kürze
Die demografische Krise in Russland spitzt sich zu.
Es gibt so wenige Geburten wie seit Jahrzehnten nicht, gleichzeitig wächst der politische Druck auf Frauen.
Der Plan des Kremls geht jedoch nicht auf.
Russland verschärft im Kampf gegen den dramatischen Geburtenrückgang den Ton. Frauen sollen bei Arztbesuchen künftig offenlegen, wie viele Kinder sie sich wünschen. Wer mit "null" antwortet, dem soll nach neuen Richtlinien des Gesundheitsministeriums ein Gespräch mit einem Psychologen empfohlen werden – mit dem erklärten Ziel, eine positivere Haltung zum Kinderkriegen zu entwickeln.
Der Vorstoß zeigt, wie groß die Sorge im Kreml inzwischen ist. Die Geburtenrate ist auf nur noch rund 1,34 bis 1,37 Kinder pro Frau gefallen. Damit ist sie so niedrig wie seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr. Seit Jahren wirbt Präsident Wladimir Putin für kinderreiche Familien und hat die Demografie zur nationalen Priorität erklärt. Doch trotz Appellen, Prämien und symbolträchtiger Ehrungen für Mütter mit vielen Kindern schrumpft die Bevölkerung weiter.
Verluste in Millionenhöhe durch den Ukraine-Krieg
Zum negativen Bevölkerungstrend trägt allen voran auch Russlands Krieg in der Ukraine bei. Nach Auswertungen internationaler Geheimdienste, westlicher Regierungen sowie unabhängiger Think Tanks haben die kombinierten Verluste der russischen Streitkräfte in Putins "militärischer Spezialoperation" die Marke von einer Million Soldaten deutlich überschritten. Berichten zufolge beläuft sich die Gesamtzahl der getöteten und verwundeten russischen Soldaten inzwischen auf schätzungsweise 1,2 bis 1,3 Millionen.
So will Putin mehr Schwangerschaften erzwingen
Der Staat setzt dabei zunehmend auf Druck und Ideologie. Abtreibungen werden erschwert, Kinderlosigkeit als gesellschaftliches Problem gebrandmarkt, Studentinnen erhalten in einigen Regionen finanzielle Anreize für frühe Schwangerschaften. Zugleich propagiert die Staatsführung das Ideal der patriotischen Großfamilie: sechs, sieben oder acht Kinder als Norm. Solche Familien werden öffentlich gefeiert – im Alltag bleiben sie jedoch die Ausnahme.
Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheit, sinkende Reallöhne und Zukunftsangst. Unter solchen Bedingungen entscheiden sich viele junge Menschen gegen Kinder – nicht aus Ideologie, sondern aus Sorge um ihr eigenes Leben.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
tagesschau.de: "Putins Kampf für mehr Geburten bleibt ohne Erfolg"
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