In Boston verzockt

Deutsche-Finance-Fonds pleite: 1.200 Anleger müssen um ihr Geld bangen

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

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Deutscher Küchen-Hersteller meldet Insolvenz an

Videoclip • 54 Sek • Ab 12


Ein Immobilienfonds der Deutsche Finance Group steht vor der Insolvenz. Rund 1.200 Privatanleger:innen hatten knapp 60 Millionen US-Dollar in ein Labor- und Büroprojekt bei Boston investiert – nun zeichnet sich ein vollständiger wirtschaftlicher Verlust ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Immobilienfonds DF Deutsche Finance Investment Fund 17 will offenbar Insolvenz beantragen.

  • Knapp 60 Millionen US-Dollar flossen in ein Labor- und Bürogebäude bei Boston, das nach seiner Fertigstellung 2024 vollständig unvermietet blieb.

  • Den 1.200 Anleger:innen droht ein finanzielles Desaster.

Für rund 1.200 Privatanleger:innen könnte ein Immobilieninvestment in den USA mit einem Totalverlust enden. Der Fonds "DF Deutsche Finance Investment Fund 17 – Club Deal Boston II" will nach Angaben seiner Geschäftsführung einen Insolvenzantrag stellen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Anlegerinformation.

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft und die persönlich haftende Gesellschafterin seien zu dem Ergebnis gekommen, dass keine ausreichenden Liquiditätszuflüsse zu erwarten seien. Deshalb bestehe für den Fonds keine positive Fortführungsprognose mehr. Für die Anleger:innen zeichne sich laut dem Schreiben ein "vollständiger wirtschaftlicher Verlust" ihrer Beteiligung ab.

Auch in den News:

Fonds investiert fast 60 Millionen Dollar in Gebäude bei Boston

Der Fonds wurde 2021 aufgelegt. Privatanleger:innen konnten sich ab 25.000 US-Dollar beteiligen. Insgesamt flossen knapp 60 Millionen US-Dollar in die Entwicklung eines Labor- und Bürogebäudes im Stadtteil Somerville bei Boston.

Das Gebäude wurde 2024 fertiggestellt, blieb nach Angaben von t-online aber vollständig unvermietet. Der Fonds hatte ursprünglich vorgesehen, dass Anleger:innen bis zum geplanten Laufzeitende im Juni 2025 140 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten sollten.

Der Markt für Immobilien der sogenannten Life-Science-Branche in den USA geriet nach einem vorherigen Boom unter Druck. Steigende Zinsen, weniger Wagniskapital und eine sinkende Nachfrage nach Laborflächen belasteten zahlreiche Projekte. Im Geschäftsbericht für 2024 bewertete der Fonds sein Vermögen nur noch mit rund 24 Millionen US-Dollar.

Verkauf der Boston-Immobilie scheitert

Auch ein Verkauf des Gebäudes brachte offenbar keine Lösung. Wie t-online weiter berichtet, konnte ein Kaufinteressent die Finanzierung nicht sicherstellen. Ein Wertgutachten aus dem Jahr 2025 habe zudem einen Immobilienwert ergeben, der unter dem noch offenen Darlehen lag.

Das Gebäude soll deshalb laut Anlegerinformation an die finanzierende Bank übergehen, um eine Zwangsvollstreckung zu vermeiden. Weitere wesentliche Vermögenswerte habe der Fonds nicht. Die Geschäftsführung rechne daher nicht mehr mit nennenswerten Auszahlungen an die Anleger:innen und wolle wegen Überschuldung Insolvenz beantragen.

Eine Stellungnahme der Deutsche Finance zu den Fragen des "Handelsblatts" blieb zunächst aus. Auch t-online berichtet, dass das Unternehmen auf mehrere Anfragen zunächst nicht reagierte.


Weiterer Rückschlag für Deutsche Finance

Für die Münchner Deutsche Finance Group ist der aktuelle Fall ein weiterer herber Dämpfer. Nach Bloomberg-Angaben betreut der Vermögensverwalter mehr als zehn Milliarden Euro. Demnach steht er bereits wegen verlustreicher Geschäfte für institutionelle Investoren unter Druck.



Verwendete Quellen:

Handelsblatt: "Deutsche-Finance-Fonds offenbar vor Pleite"

t-online: "Deutscher Investmentfonds verzockt sich – Insolvenz"

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