Bereitschaft zum "härtesten Szenario"

Putin-Berater droht: "Schläge auf die Zentren der Elite mitten in Europa"

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

7. Juni 2024: Der russische Präsident Wladimir Putin (rechts) und sein Berater Sergej Karaganow bei einer Plenarsitzung des Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg.

Bild: Imago/ITAR-TASS/Alexander Kazakov


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Parallel zu den Friedensgesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA ist in Moskau ein Manifest erschienen, das sich an die "westlichen Eliten" richtet. Darin wird die Bereitschaft Russlands zum "härtesten Szenario" erklärt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Putin-Vertrauter drängt auf "Schläge auf die Zentren der Elite mitten in Europa".

  • Sergej Karaganow droht mit Angriffen gegen westliche Hauptstädte, auch mit Atomwaffen.

  • Das von ihm verfasste Manifest wurde während der Ukraine-Gespräche veröffentlicht.

Kreml-Berater Sergej Karaganow hat während der laufenden Friedensgespräche zwischen den USA, der Ukraine und Russland ein aggressives Manifest publiziert, in dem er Europa droht. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf die Zeitschrift "Russland in der globalen Politik" weiter meldet, wendet sich der Ehrenvorsitzende des russischen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik darin an "westliche Eliten" und erwähnt die Möglichkeit der "begrenzten Anwendung von Atomwaffen" als letzte Instanz Russlands.

Karaganow zufolge könne es zum "härtesten Szenario" kommen, falls der "Konflikt" – gemeint ist der Ukraine-Krieg –nicht zu Russlands Bedingungen beendet werden sollte. Er kritisiert, dass "demonstrativ alle Friedensvorschläge der russischen Seite" ignoriert werden, und fordert "Schläge auf die Zentren der Elite mitten in Europa".

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Kreml: Europa im "Krieg gegen Russland"

Wie Karaganow behauptet, befindet sich Europa in Vorbereitung auf eine Revanche für die Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Russland müsse mit nuklearer Abschreckung reagieren, um eine Eskalation zu verhindern. Bei weiteren Eskalationen fordert der Kreml-Vertraute direkte Schläge gegen europäische Verbündete der Ukraine.

Europa werde ansonsten "die Überreste der ukrainischen Armee und der Landsknechte" nutzen, um die Aggression wiederaufzunehmen. "Europas Elite" gebe nur vor, den Kreml zu fürchten, während die EU-Staaten aktuell massiv aufrüsten. Unter diesen Bedingungen sei die alte russische Taktik der Eindämmung nicht mehr tragfähig, so Karaganow weiter. mögliche russische Reaktionen auf ein Eskalationsszenario, beginnend mit präzisen Schlägen auf europäische Länder, die sich "am Krieg gegen Russland beteiligen".

Moskau droht EU-Staaten mit Atomwaffen-Einsatz

Der erste Schritt sollten hochpräzise Schläge mit konventionellen Waffen auf Schlüsselobjekte europäischer Länder sein. Als Ziele böten sich Führungszentren, die kritische Infrastruktur, Militärbasen und insbesondere Plätze an, an denen sich die regierende Elite konzentriere. Karaganow nennt hier explizit die Atommächte Frankreich und Großbritannien, um dort "Ernüchterung" zu erzielen.

Falls das nicht helfe, schlägt Karaganow in einem zweiten Schritt die "begrenzte Anwendung von Atomwaffen" vor. In diesem Zusammenhang sollte die Militärdoktrin überdacht werden und die aus seiner Sicht überkommene These über Bord geworfen werden, wonach es in einem Nuklearkrieg keine Sieger geben könne. Eben diese These habe Moskau ideologisch entwaffnet und die NATO zur Eskalation provoziert, so Karaganow. "Man muss darüber nachdenken, ob Frankreich und Großbritannien nicht der Zugang zu Atomwaffen entzogen werden sollte. Nachdem sie den Krieg gegen Russland entfacht haben, haben sie das moralische und politische Recht auf deren Besitz verloren."


Verwendete Quellen:

spiegel.de: "Putin-Vertrauter drängt auf 'Schläge auf die Zentren der Elite mitten in Europa'"

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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