Universität fällt Entscheidung

Plagiatsaffäre um Mario Voigt: Thüringens Ministerpräsident soll Doktortitel verlieren

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

Mario Voigt (CDU) schrieb seine Doktorarbeit zum Thema "Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry". (Archivbild)

Bild: Martin Schutt/dpa


Seit Sommer 2024 steht der Verdacht im Raum: Mario Voigt soll Teile seiner Dissertation nicht selbst verfasst haben. Die Entscheidung der Universität will der Ministerpräsident nicht hinnehmen.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll seinen Doktortitel verlieren. Das teilte die Staatskanzlei in Erfurt mit Berufung auf den Beschluss der Technischen Universität Chemnitz mit. Eine Regierungssprecherin kündigte an, dass Voigt dagegen klagen wolle.

Der "Plagiatsjäger" Stefan Weber hatte im August 2024 behauptet, 200 Plagiatsfragmente in Voigts Dissertation gefunden zu haben. Darunter seien seiner Meinung nach auch Stellen, die von der Online-Enzyklopädie Wikipedia stammen.

Wie der MDR berichtet, war die TU Chemnitz nach rund 16 Monaten Ermittlungen im Dezember 2025 noch zu keinem Ergebnis gekommen, weil die Prüfung sehr komplex sei. Man man prüfe mit höchster Genauigkeit, um eine faire und methodisch einwandfreie Beurteilung sicherzustellen, so ein Sprecher der Universität.

Voigt hatte seine Dissertation zur politischen Ökonomie im Jahr 2008 an der TU Chemnitz eingereicht, als er CDU-Vorsitzender in Thüringen war. Er weist die Anschuldigungen zurück.

Auch in den News:


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

MDR: "Plagiatsvorwürfe gegen Ministerpräsident Mario Voigt werden weiterhin geprüft"

Plagiatsgutachten.com / Stefan Weber: "200 Plagiatsfragmente: Wie der Thüringer CDU-Spitzenkandidat Prof. Dr. Mario Voigt über 15 Jahre hinweg immer wieder seine Leser täuschte"

Mehr entdecken