Durchsuchung in Frankfurt und Berlin

Verdacht der Geldwäsche: Razzia bei der Deutschen Bank

Aktualisiert:

von Jana Wejkum

Durchsuchungen bei Deutschlands größtem Geldhaus. (Archivbild)

Bild: Arne Dedert/dpa


Justiz und BKA sichern in Gebäuden des Konzerns Beweise. Die Deutsche Bank selbst hält sich zu den Vorwürfen bedeckt.

Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt und Berlin werden von der Justiz durchsucht. Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen der Bank zu ausländischen Gesellschaften, die Geldwäsche betrieben haben sollen. Die Frankfurter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt will dazu gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) zusätzliche Beweise sichern.

Mutmaßlicher Zusammenhang mit Oligarchen

Das Magazin "Spiegel" hatte zunächst über die Durchsuchung der Bank berichtet. Man ermittle "gegen bislang unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank". Zu weiteren Hintergründen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht.

Der "Spiegel" beruft sich auf Quellen, nach denen die Razzia mit Unternehmen des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch zusammenhängt.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zitiert am 28. Januar (19:29 Uhr) aus einer Mitteilung seines Anwalts. Darin habe er erklärt, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt. "Herr Abramowitsch hat stets im Einklang mit den geltenden nationalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften gehandelt." Jede gegenteilige Behauptung sei falsch und rufschädigend.

Abramowitsch ist als ehemaliger Besitzer des Fußballclubs FC Chelsea bekannt. Wegen seiner langjährigen und engen Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin steht er seit Beginn des Ukrainekriegs auf der Sanktionsliste der Europäischen Union.

Deutsche Bank: "Vollumfängliche" Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft

Dass die Bank durchsucht wird, ist unstrittig. "Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird", teilte ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Man arbeite "vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen" und bitte um Verständnis, dass die Bank sich zu Details nicht äußern werde.

Die Deutsche Bank hatte schon mehrmals wegen Geldwäsche die Aufmerksamkeit der Ermittler:innen auf sich gezogen. Dem Finanzinstitut wird vorgeworfen, Verdacht auf Geldwäsche nicht genau genug zu prüfen und zu spät zu melden.

So durchsuchten im April 2022 Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt. Seitens der Finanzaufsicht Bafin sollte ein Sonderbeauftragter zeitweise die Fortschritte der Bank  beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Spiegel: "BKA durchsucht Deutsche Bank"

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