Norwegen
Marius Borg Høiby droht Gefängnis: Staatsanwaltschaft fordert jahrelange Haft
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Marius Borg Høiby: Tränen im Gericht (4. Februar)
Videoclip • 02:42 Min • Ab 12
Vergewaltigung, Würgen, ein Messer in die Wand: Die Anklage gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit ist erschütternd. Jetzt fordert die Staatsanwaltschaft eine lange Haftstrafe.
Das Wichtigste in Kürze
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby geht in die entscheidende Phase.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung in 39 von 40 Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung und brutale Gewalt gegen Ex-Freundinnen.
Høiby selbst nennt sich das "Hassobjekt von ganz Norwegen".
Die Osloer Staatsanwaltschaft verlangt für Marius Borg Høiby eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten. Dabei sollen 63 Tage Untersuchungshaft, die der 29-Jährige bereits verbüßt hat, angerechnet werden. Zusätzlich fordert die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot zu einer früheren Partnerin.
Staatsanwalt Sturla Henriksbø plädiert auf eine Verurteilung in 39 von insgesamt 40 Anklagepunkten. Lediglich bei einem Verstoß gegen ein Kontaktverbot soll Høiby freigesprochen werden – in diesem Fall habe er seine Ex-Freundin versehentlich angerufen.
Die Vorwürfe im Einzelnen
Dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit werden vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zur Last gelegt. In drei Fällen soll er Frauen im Genitalbereich berührt haben, während diese schliefen oder ein Blackout hatten. In einem weiteren Fall kam es laut Anklage zur Penetration. Høiby soll die Taten gefilmt haben.
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen zwei Ex-Freundinnen. Ein Vorfall in der Wohnung einer der Frauen – von norwegischen Medien als "Frogner-Frau" bezeichnet – brachte die Ermittlungen ins Rollen. Dort soll Høiby seine damalige Partnerin gewürgt, einen Kronleuchter von der Wand gerissen und darauf herumgetrampelt sowie ein Messer in die Wand geworfen haben. Die Beziehung sei von Høibys „Aggressionsproblem" geprägt gewesen – vor allem im Rausch habe er die Beherrschung verloren und sei gewalttätig geworden. Seine Ex-Freundin verglich ihn mit dem "Hulk", einer Comicfigur, die sich bei Wut in ein unkontrollierbares Wesen verwandelt.
Auf die "Frogner-Frau" beziehen sich 20 der 40 Anklagepunkte. Trotz eines auferlegten Kontaktverbots nahmen die beiden während der Ermittlungen wieder Kontakt auf und sahen oder sprachen sich vor Prozessbeginn fast täglich.
Auch in den News:
Weitere Delikte und Glaubwürdigkeitsfrage
Neben den Sexual- und Gewaltdelikten werden Høiby weniger schwere Vergehen vorgeworfen: überhöhte Geschwindigkeit, Beleidigung von Polizisten und der Transport von mindestens 3,5 Kilogramm Marihuana für einen Dealer. Während er einige Taten zugibt, bestreitet Høiby die Vergewaltigungen.
Staatsanwalt Henriksbø sprach den mutmaßlichen Opfern eine größere Glaubwürdigkeit zu als dem Angeklagten, der während des sechswöchigen Prozesses häufig angab, sich nicht genau erinnern zu können. Der Angeklagte habe nicht nur mangelnden Respekt für Normen gezeigt, sondern auch unterschiedliche Maßstäbe für sich selbst und andere in Beziehungen angelegt.
Høibys Selbstdarstellung und familiärer Kontext
Am vergangenen Freitag (13. März) bezeichnete sich Høiby selbst als "Monster" in der öffentlichen Wahrnehmung und "Hassobjekt von ganz Norwegen". Der Staatsanwalt stellte jedoch klar, dass Høiby ein Mensch wie jeder andere sei und nicht dafür bestraft werden solle, wer er sei, sondern was er getan habe.
Während des Prozesses sprach Høiby wiederholt darüber, wie sehr ihn das unfreiwillige Leben in der Öffentlichkeit seit seiner frühen Kindheit belastet habe. Er war noch ein Kleinkind, als seine Mutter Kronprinz Haakon heiratete. Mehrfach klagte er die Presse an, ihn verfolgt und bloßgestellt zu haben, während er seine Mutter und Stiefvater Haakon in Schutz nahm. Das Kronprinzenpaar sowie Høibys Halbgeschwister, Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, blieben der Verhandlung fern.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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