Einrichtungskette
Hammer vor dem Aus: Jeder zweite Markt startet Räumungsverkauf
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Die Einrichtungskette Hammer steckt tief in der Krise. In etwa der Hälfte der 87 Fachmärkte finden Räumungsverkäufe statt, weil sich keine Investoren finden.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zukunft der Einrichtungskette Hammer ist ungewiss.
Nach der Insolvenz der Brüder Schlau Gruppe und der Hammer Raumstylisten GmbH laufen in zahlreichen Filialen Räumungsverkäufe.
Etliche Standorte könnten bereits in den nächsten Wochen dauerhaft schließen.
Die Einrichtungskette Hammer steht vor dem Aus: In rund der Hälfte der 87 Fachmärkte läuft ein Räumungsverkauf an. Betroffen sind nach Berichten des "Westfalen-Blatts" unter anderem Standorte in Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Hintergrund ist die wirtschaftliche Schieflage der Brüder Schlau Gruppe, zu der Hammer gehörte und die bereits im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hatte. Auch die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH befindet sich seit einigen Wochen im vorläufigen Insolvenzverfahren. Eine langfristige Fortführungslösung ist bislang offen.
Für die Belegschaft spitzt sich die Lage dramatisch zu: Fast 1.200 Beschäftigte müssen um ihren Arbeitsplatz bangen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer erläuterte die Konsequenzen der ausbleibenden Investorensuche deutlich: "Da für rund die Hälfte der Filialen kein Interessent für die Fortsetzung des Hammer-Fachmarkt-Konzepts zur Verfügung steht, muss in diesen Filialen jeweils der Räumungsverkauf eingeleitet werden, um diese Flächen für andere Konzepte freizuziehen."
Nach Informationen der "Neuen Westfälischen" und des "Mindener Tageblatts" sollen 44 der 87 Fachmärkte bereits Ende März oder Anfang April schließen.
Rabatte von bis zu 50 Prozent
Für Kund:innen zeigt sich die Krise vor allem in deutlichen Preisnachlässen: Auf der Unternehmenshomepage werden in vielen Märkten Rabatte von bis zu 50 Prozent ausgewiesen. Reduzierte Ware gibt es unter anderem in Gießen, Bad Hersfeld, Hamm-Bockum-Hövel und im sauerländischen Arnsberg. Die Räumungsverkäufe sollen die Lager leeren und die Flächen für mögliche Nachnutzungen vorbereiten – zugleich markieren sie für viele Stammkund:innen das absehbare Ende ihrer vertrauten Einrichtungsmärkte.
Gespräche mit potenziellen Investoren
Hinter den Kulissen laufen derweil intensive Gespräche mit potenziellen Investoren. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung wurden mehr als 300 mögliche Interessenten angesprochen, die Resonanz sei jedoch verhalten gewesen.
Zwei Parteien signalisierten Bereitschaft, Hammer als Fachfilialbetrieb mit deutlich reduzierter Filialzahl weiterzuführen. Vier weitere Interessenten möchten die Standorte für eigene Konzepte nutzen und könnten dabei zumindest einen Teil der Hammer-Beschäftigten übernehmen – ob das reicht, um die schlimmsten Jobverluste abzuwenden, ist derzeit jedoch völlig offen.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Westfalen-Blatt
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