USA
Pentagon wegen Opferstatistik zum Iran-Krieg in der Kritik: US-Soldaten verschwinden aus Liste
Aktualisiert:
von Nadine von Parseval:newstime
Iran-Krieg: Hegseth fordert mehr Geld
Videoclip • 02:02 Min • Ab 12
Die offizielle Opferbilanz des Iran-Kriegs wurde überraschend angepasst. Vier zuvor aufgeführte US-Soldat:innen tauchen nun nicht mehr in der bisherigen Statistik auf, sondern in einer neuen Kategorie für Auslandseinsätze. Das Pentagon spricht von technischen Problemen, Kritiker:innen stellen jedoch die Transparenz der Zahlen infrage.
Das Wichtigste in Kürze
Das Pentagon hat vier getötete US-Soldaten aus der bisherigen Iran-Kriegsstatistik entfernt.
Die Betroffenen werden nun in einer neuen Kategorie für Auslandseinsätze geführt.
Das Verteidigungsministerium spricht von technischen Problemen, Kritiker:innen zweifeln an der Darstellung.
Die offiziellen Opferzahlen des Iran-Kriegs sorgen in den USA für neue Diskussionen. Das US-Verteidigungsministerium von Pete Hegseth hat vier getötete Soldat:innen aus der bisherigen Statistik entfernt und sie stattdessen in einer neuen Kategorie erfasst. Der ungewöhnliche Schritt wirft Fragen zur Nachvollziehbarkeit der offiziellen Zahlen auf.
Neue Kategorie statt bisheriger Statistik
Betroffen ist das sogenannte Defense Casualty Analysis System (DCAS), auf das sich Pentagon-Vertreter:innen bislang regelmäßig als offizielle Quelle für die Zahl der getöteten und verletzten US-Soldat:innen berufen hatten.
Die vier Soldat:innen sowie mehr als zweihundert Verwundete werden inzwischen in einer neuen Rubrik mit dem Titel "Overseas Operations" geführt. Dort werden Opfer von Auslandseinsätzen seit dem 7. Juli erfasst. Ob alle dort aufgeführten Verwundeten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg stehen, ist bislang unklar.
Pentagon spricht von technischen Problemen
Zeitweise hatte das System 18 Tote und 482 Verwundete ausgewiesen. Auch US-Präsident Donald Trump bezog sich öffentlich auf diese Zahlen. Kurz darauf sank die offizielle Bilanz jedoch auf 14 Tote und 420 Verwundete.
Pentagon-Sprecher Joel Valdez erklärte, der Rückgang sei kein Versuch, Opferzahlen zu verschleiern. Er sprach von "Anomalien" und "vorübergehende Datenstörungen". Auch Pentagon-Sprecher Sean Parnell verwies auf eine "vorübergehende Datenstörung".
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Kritiker:innen sehen Erklärungsbedarf
Die geänderte Erfassung stößt dennoch auf Kritik. Einige Beobachter:innen bezweifeln, dass die tatsächlichen Auswirkungen des Konflikts dadurch noch vollständig nachvollziehbar sind. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber der Nachrichtenagentur AP soll die Zahl der verwundeten US-Soldat:innen inzwischen sogar bei mehr als 500 liegen.
Hintergrund der jüngsten Kämpfe
Die vier Soldat:innen kamen nach der Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran ums Leben. Drei starben bei einem iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien, ein weiterer Soldat wurde im Irak bei der kontrollierten Sprengung einer iranischen Drohne getötet.
Nach einem zwischenzeitlichen Waffenstillstand waren die Kämpfe Anfang Juli erneut eskaliert. Seitdem führt das Pentagon die Opfer dieser Einsätze getrennt in der neuen Kategorie "Overseas Operations".
Verwendete Quellen:
rnd: "Pentagon ändert Opferzahlen zum Iran-Krieg und sorgt für Verwirrung"
Spiegel: "Pentagon ändert Erfassung von Opferzahlen im Irankrieg"
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