Spannungen mit Moskau

Lawrow spricht nach Leipzig-Vorwurf von "echtem Krieg"

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Videoclip • 01:02 Min • Ab 12


Russlands Außenminister Sergej Lawrow reagiert scharf auf die deutschen Vorwürfe nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle. Die Bundesregierung hatte russische Geheimdienste für den mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich gemacht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sergej Lawrow bezeichnet die deutschen Vorwürfe im Fall Leipzig/Halle als "Beginn eines echten Krieges".

  • Die Bundesregierung macht nach einer mehrwöchigen Prüfung russische Geheimdienste für den mutmaßlichen Drohnenanschlag verantwortlich.

  • Bei dem Vorfall wurde eine Sprengstoff-Drohne nahe eines ukrainischen Transportflugzeugs entdeckt, später fanden Behörden zwei weitere Drohnen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die deutschen Vorwürfe gegen Moskau wegen des Drohnenvorfalls am Flughafen Leipzig/Halle als "Beginn eines echten Krieges" bezeichnet. Dem russischen Staatsfernsehen sagte er: "Leipzig, Flughafen: Da haben sie eine Drohne gefunden. Sie haben gesagt, dass es eine russische Drohne ist. Geklärt hat das niemand."

Lawrow behauptete weiter, die deutsche Zuschreibung sei nicht ausreichend belegt. Die Bundesregierung hatte nach einer vierwöchigen Prüfung Anfang September erklärt, dass russische Geheimdienste hinter dem versuchten Anschlag stünden. Moskau weist diese Vorwürfe zurück.


Lawrow zieht Vergleich zum Zweiten Weltkrieg

Der russische Außenminister griff auch die deutschen Reaktionen auf den Vorfall an. Sanktionen wie die geplante Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin erinnerten ihn an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, sagte Lawrow laut der russischen Nachrichtensendung "Westi".

Er warf Deutschland vor, erneut auf Konfrontation zu setzen. Lawrow ist für eine besonders scharfe Wortwahl bekannt. Seine Aussagen erhöhen die diplomatischen Spannungen zwischen Berlin und Moskau weiter, ohne dass daraus unmittelbar neue konkrete Maßnahmen bekannt wurden.

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Sprengstoff-Drohne nahe ukrainischem Flugzeug entdeckt

Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs eine Drohne mit Sprengstoff gefunden worden. Sie explodierte nicht. Später entdeckten die Behörden zwei weitere Drohnen. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts eines schweren Angriffs auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die Ukraine Ziel verdeckter Operationen russischer Nachrichtendienste geworden ist. Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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