"Professor Molchanov"
Russisches Schiff beschlagnahmt: Kreml bestellt Norwegens Botschafter ein
Aktualisiert:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Russland droht EU mit Sanktionen (3. September)
Videoclip • 01:28 Min • Ab 12
In Spitzbergen haben norwegische Behörden ein russisches Kreuzfahrtschiff in die Mangel genommen. Russland fordert es nun zurück und bestellte sogar einen Botschafter ein.
Auf der Inselgruppe Spitzbergen ist am Mittwoch (2. September) ein russisches Schiff von norwegischen Behörden beschlagnahmt worden. Grund war nach Angaben der örtlichen Behörden ein Antrag des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz. Auf Anordnung eines Gerichts folgte nun die Beschlagnahme. Die russische "Professor Molchanov" liegt nun bis auf weiteres im Hafen.
Moskau wirft Norwegen nun Piraterie vor. Am Donnerstagabend (3. September) bestellte der Kreml sogar Norwegens Botschafter in das russische Außenministerium ein. "Dem Botschafter wurde ein entschiedener Protest gegen das Vorgehen der norwegischen Behörden übermittelt", teilte das Ministerium mit.
Laut NTV fordert Moskau die "sofortige Freigabe" des Schiffs. Es handele sich bei der Beschlagnahme um einen "politisch motivierten Verstoß gegen das Völkerrecht".
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Es geht um 4,2 Milliarden US-Dollar
"Der rechtliche Prozess und das Urteil sind Teil des Kampfes des Unternehmens um die Rückforderung von Geldern, die 2014 von Russland enteignet wurden", heißt es in der Mitteilung aus Spitzbergen. Hintergrund ist der Beschluss eines Schiedsgerichts aus dem Jahr 2023, der Russland zu Entschädigungszahlungen verpflichtet hatte. Für Naftogaz bedeutete das einen geldlichen Zuspruch von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro) für enteignete Vermögenswerte auf der annektierten Krim. Das ukrainische Unternehmen besaß dort große Vermögenswerte im Öl- und Gassektor.
Nun sei die Beschlagnahmung angeordnet worden, um die ausstehenden finanziellen Verpflichtungen Moskaus durchzusetzen. Wie der oberste Beamte von Spitzbergen, der sogenannte Sysselmester Lars Fause, gegenüber dem norwegischen Sender NRK berichtete, werde man sich um die Besatzung und Passagiere des kommerziellen Schiffs kümmern. Dabei solle auch das Bergbauunternehmen Trust Arktikugol helfen. Nach Angaben des "Spiegel" wird das Schiff "Professor Molchanov" üblicherweise für touristische Expeditionskreuzfahrten eingesetzt.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, spricht nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass von einer Entführung. Weiter warf sie dem Westen vor, Piraterie legalisiert zu haben.
Archivbild aus 2022.
Bild: via REUTERS
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Der Spiegel: "Norwegen beschlagnahmt russisches Kreuzfahrtschiff in der Arktis"
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