Deutsches Kulturinstitut

Lawrow kündigt Schließung von Goethe-Instituten in Russland an

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Russland droht mit "Direktem Schlag" gegen Berlin

Videoclip • 02:05 Min • Ab 12


Nach der geplanten Schließung des Russischen Hauses in Berlin will Moskau die Goethe-Institute in Russland schließen. Außenminister Lawrow spricht von einer Reaktion auf deutsche Sanktionen.

Russland will nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow die Goethe-Institute im Land schließen. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die von Deutschland angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin, sagte Lawrow laut der Nachrichtenagentur Interfax beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok.

Die Bundesregierung hatte das Vorgehen gegen das Russische Haus nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. Berlin macht Moskau für den mutmaßlichen Angriffsversuch verantwortlich. Russland weist jede Verbindung zu dem Vorfall zurück und spricht von unbelegten Vorwürfen.


Kulturelle Präsenz Deutschlands vor dem Aus

Neben der Hauptstelle in Moskau betreibt das Goethe-Institut nach eigenen Angaben Einrichtungen in St. Petersburg und Jekaterinburg. "Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum von dort aus Berlin vertrieben wurde", sagte Lawrow laut Interfax. Deutschland nehme damit bewusst in Kauf, dass seine kulturelle Präsenz in Russland ende.

Das Goethe-Institut gehört zu den letzten größeren deutschen Einrichtungen, die noch in Russland tätig sind. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte Moskau zahlreiche ausländische Stiftungen und Organisationen als "unerwünscht" eingestuft und mit Tätigkeitsverboten belegt. Lawrow erklärte, die Institute hätten trotz der Spannungen bislang weiterarbeiten können.

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Moskau droht mit weiteren Maßnahmen

Bereits am Vortag hatte das russische Außenministerium den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Moskau einbestellt. Die russische Seite protestierte gegen die deutschen Strafmaßnahmen und die Äußerungen der Bundesregierung. Nach dem Gespräch hieß es, die Vorwürfe einer russischen Beteiligung am Drohnenvorfall seien "völlig aus der Luft gegriffen".

Moskau kündigte eine "harte Antwort" an. Als weitere Maßnahme gilt unter anderem die mögliche Schließung des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul hatten Russland zuvor für den Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht. Wadephul kündigte zudem an, dass das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden solle.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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