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Wolfgang Kubicki bei "Maischberger": "Überhaupt kein Beleg" für Rechtsruck der FDP

Aktualisiert:

von Marko Schlichting

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"Unterirdisch": Kubicki schießt gegen Merz

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


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Wolfgang Kubicki hat ein Ziel: Als neuer FDP-Chef will er seine Partei zurück in den Bundestag bringen. Bei Sandra Maischberger erklärt er am Dienstag seine Motivation - und sein Verhältnis zur AfD.

Um seine Wahl zum Parteivorsitzenden gab es viele Störgeräusche. Doch einen kleinen Erfolg kann Wolfgang Kubicki bereits verzeichnen. Einen Mitgliederzuwachs hat die Partei nach der Wahl Kubickis schon mal zu verzeichnen.

Dabei habe er sich eigentlich gemeinsam mit Christian Lindner aus der Politik verabschieden wollen, sagt der auch parteiintern umstrittene Politiker am Dienstagabend (9. Juni) als Gast des ARD-Talks "Maischberger". "Aber Christian Dürr hat mich gebeten, dabei zu bleiben, man brauche mich. Und das hat meiner Eitelkeit geschmeichelt."

Dazu habe die FDP in letzter Zeit alle Wahlen dramatisch verloren, selbst die Tierschutzpartei sei mitunter erfolgreicher gewesen, so Kubicki. Das habe ihn gewurmt als jemand, der 55 Jahre Mitglied bei den Liberalen sei. "Ich habe mir gesagt, jetzt mobilisierst du noch den Rest deiner Kräfte, um der Partei eine Zukunft zu ermöglichen. Ich bin nicht die Zukunft der FDP, aber die Partei braucht eine Zukunft."


Wolfgang Kubicki fordert Ende der "Brandmauer" zur AfD

Kubicki lässt sich nicht den Mund verbieten, haut gerne mal einen raus. Nur "Eierarsch" werde er nicht mehr sagen, verspricht der neue FDP-Chef bei Sandra Maischberger. So hatte Kubicki Bundeskanzler Friedrich Merz genannt, nachdem dieser die Wähler in Rheinland-Pfalz aufgefordert hatte, bei den Landtagswahlen lieber die CDU statt die FDP zu wählen. Merz sei beleidigt gewesen, informiert Kubicki, aber er habe es dennoch nicht ernst genommen. "Er ist ja auch ein lustiges Kerlchen", findet Kubicki, der den Kanzler in der ARD aber auch harsch kritisiert: "Der kommuniziert unglaublich schlecht", sagt er und: "Das Erwartungsmanagement ist unterirdisch."

Noch nicht ganz klar scheint zu sein, wohin der Weg der Liberalen in der Zukunft gehen wird. Für Kubicki ist klar: Einen Rechtsruck in Richtung AfD werde es jedenfalls nicht geben. "Es gibt überhaupt keinen Beleg dafür, keinen Anhaltspunkt dafür, dass das tatsächlich der Fall ist. Und dann sollte man mit solchen Narrativen auch nicht spekulieren."

Allerdings fordert Kubicki ein Ende der sogenannten "Brandmauer" zur AfD. "Wenn demokratische Parteien auf die Idee kommen, Anträge selbst nicht mehr zu stellen, weil die AfD zustimmt, machen sie sich so klein und werden von Menschen auch nicht mehr ernst genommen." Und weiter: "Wenn wir nicht die Diskussion und die Auseinandersetzung suchen, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass hinter der Verweigerung von Auseinandersetzungen die AfD größer wird und wir schwächer."

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Kubicki will die Partei zurück in die Mitte des Parlaments führen

Die FDP werde in der Zukunft auch Anträge stellen, die nur mit den Stimmen der AfD durchgehen. Aber gemeinsam Anträge zu verfassen, Zusammenarbeit oder gar eine Koalition mit der AfD lehnt Kubicki ab. "Ich kann mit Leuten nicht koalieren, die das genau gegenteilige Menschenbild haben wie Liberale. Ich kann mit Leuten nicht koalieren, die aus der Europäischen Union austreten wollen, weil sie glauben, alleine seien wir groß genug. Ich kann mit Menschen nicht koalieren, die unsere Sicherheit aufs Spiel setzen wollen, indem sie aufs der NATO austreten und gar nicht begreifen, dass wir uns damit angreifbar machen."

Kubicki wurde früher zu den Linksliberalen in seiner Partei gezählt. Heute sei er liberal, betont der Politiker. Und der zukünftige Platz der Partei sei in der Mitte des Parlaments. "Wo wir wieder hinwollen", bekräftigt Kubicki.

Bis zu den nächsten Bundestagswahlen dauert es noch drei Jahre. So lange hat der neue FDP-Chef Zeit, die Fehler der Partei in der Ampelkoalition vergessen zu machen und die Partei nahezu aus dem Nichts neu aufzubauen.

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