Persönliche Bilanz
Keine Pläne für die Vereinten Nationen: Annalena Baerbock spricht über ihre Zukunft und ihre Familie
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
Baerbock fordert Reform der UN
Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Annalena Baerbock will nach eigenen Worten nicht an die Spitze der Vereinten Nationen. Die frühere Außenministerin verweist auf regionale Regeln – und zieht zugleich eine sehr persönliche Bilanz ihres Lebens nach dem Regierungsamt.
Das Wichtigste in Kürze
Annalena Baerbock schließt in einem Interview einen weiteren UN-Spitzenjob aus und verweist auf ungeschriebene Rotationsregeln zugunsten Lateinamerikas.
Für die Zeit nach dem Ende ihres aktuellen Jobs im September kündigt sie ein "neues Lebenskapitel" an.
Besonders persönlich wird Baerbock mit dem Satz, sie habe zwar ihren geliebten Job verloren, aber ihre Töchter wiedergewonnen.
Die frühere Grünen-Außenministerin Annalena Baerbock hat eine mögliche Bewerbung für einen weiteren Spitzenposten bei den Vereinten Nationen ausgeschlossen. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", antwortete sie auf die Frage, ob sie das Amt übernehmen wolle, mit einem klaren "Nein".
Zur Begründung verwies Baerbock auf die ungeschriebenen Regeln bei der Vergabe des Postens. "Nach den ungeschriebenen Rotationsregeln ist Lateinamerika dran. Es gibt hervorragende Frauen aus dieser Region", sagte sie. Damit macht sie deutlich, dass sie für sich derzeit keinen Anspruch auf eine solche internationale Spitzenrolle sieht.
Offen für ein neues Lebenskapitel
Zugleich ließ Baerbock erkennen, dass sie sich auf die Zeit nach dem Ende ihres aktuellen Jobs im September einstellt. Auf die Frage, was sie danach machen wolle, sagte sie knapp: "Ein neues Lebenskapitel aufschlagen."
Offen ließ sie dabei, wo dieses neue Kapitel beginnen könnte. Auf die Nachfrage "In Berlin oder in New York?" antwortete Baerbock nicht mit einer klaren Festlegung. Stattdessen sprach sie über zwei sehr unterschiedliche Seiten ihres heutigen Lebens: die Bindung an Deutschland und die neue Freiheit, die sie in den USA erlebt.
Mehr Freiheit – und mehr Familienleben
"Ich liebe natürlich mein Heimatland", sagte Baerbock. Gleichzeitig habe sie in New York "ein Stück weit Anonymität und damit auch Freiheit zurückgewonnen". Besonders eindrücklich wurde sie beim Blick auf ihre Familie. Eine Mutter, die dauerhaft im grellen Scheinwerferlicht der Medien stehe, sei für Kinder "alles andere als schön".
Dann zog sie eine sehr persönliche Bilanz ihrer Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Außenministerium. "Ich habe meinen absolut geliebten Job verloren, aber meine Töchter wiedergewonnen", sagte Baerbock.
Verwendete Quellen:
Süddeutsche Zeitung: "Baerbock-Interview "Die UN waren nie für die einfachen Zeiten gebaut""
Bild: "Baerbock fordert Revolution an UN-Spitze"
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