Ende der Sklaverei in den USA
Am 19. Juni ist Juneteenth: die Geschichte hinter dem traditionsreichsten afroamerikanischen Feiertag
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Juneteenth: Worum geht es bei dem Gedenktag?
Videoclip • 01:12 Min • Ab 12
Er ist der jüngste nationale Feiertag der USA: der "Juneteenth". Erst seit 2021 wird er im gesamten Land jährlich am 19. Juni begangen – und erinnert an einen historischen Tag über hundert Jahre zuvor.
Das Wichtigste in Kürze
Der Juneteenth erinnert an die Befreiung von 250.000 Sklav:innen in Texas, nach der vorangegangenen Emanzipationsproklamation des ehemaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln.
Benannt nach dem 19. Juni 1865 ist der Tag mittlerweile ein nationaler Feiertag der USA.
An dem Feier- und Gedenktag finden in vielen US-Städten Demonstrationen und Veranstaltungen statt.
1863, mitten im amerikanischen Bürgerkrieg, erließ der damalige US-Präsident Abraham Lincoln die Emanzipationsproklamation: Ab diesem Zeitpunkt galten die versklavten Menschen in den Vereinigten Staaten als frei – in der Theorie.
Denn es sollte länger als zwei Jahre dauern, bis alle Menschen im Land vom Ende der Sklaverei in den USA erfuhren. Erst am 19. Juni 1865 seien dem Online-Portal "Info USA" zufolge Unionstruppen in der Stadt Galveston bei Houston eingetroffen und hätten die rund 250.000 Sklav:innen in Texas für befreit erklärt: die Stunde des "Juneteenth", der heute ein nationaler Feiertag in den USA ist.
Auch in den News:
Feier zum Ende der Sklaverei
Bereits unmittelbar nach der Befreiungs-Ankündigung sollen die Menschen damit begonnen haben, zu singen, zu beten und zu tanzen, wie "Info USA" berichtet. Nach und nach hätten sich die Juneteenth-Feiern von Texas auch in andere Teile der USA verbreitet. Aus dieser Tradition habe sich im Laufe der Jahre der Name "Juneteenth" entwickelt, eine Kurzform von "June Nineteenth" (19. Juni). Die offizielle Bezeichnung lautet "Juneteenth National Independence Day".
Letztendlich hat es aber fast sechs weitere Monate gedauert, bis die Sklaverei in den Vereinigten Staaten mit dem Inkrafttreten des 13. Zusatzartikels in der US-Verfassung am 18. Dezember 1865 wirklich beendet war.
Traditionsreichster afroamerikanischer Feiertag
Die Tradition des Juneteenth hält sich über Jahrzehnte. Texas erklärte den Tag 1979 als erster US-Staat zu einem offiziellen Feiertag. Bis 2020 folgten alle Bundesstaaten außer South Dakota. Am 17. Juni 2021 unterzeichnete der damalige US-Präsident Joe Biden schließlich ein Gesetz, das Juneteenth zu einem nationalen Feiertag erhob: zum Gedenken an die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten.
Im Januar 2025 musste die Bewegung unter US-Präsident Donald Trump einen Rückschritt verzeichnen: Die Defense Intelligence Agency (DIA) des Pentagon setzte im Zuge der Abkehr von Diversitätsrichtlinien zahlreiche Gedenkfeiern aus, darunter auch Juneteenth. Dennoch bleibt der Junitag "Info USA" zufolge der traditionsreichste afroamerikanische Feier- und Gedenktag der Vereinigten Staaten.
Bis heute feiern viele Menschen den Tag mit Musik, Paraden, Gottesdiensten und Grillfesten. Auch der Brauch, zu den Anlässen neue Kleidung als Symbol der neu erhaltenen Freiheit zu tragen, manifestiert sich weiter. In vielen US-Städten finden zudem Demonstrationen und Veranstaltungen statt, die sich mit Themen wie Rassismus, Gleichberechtigung und der Geschichte der Afroamerikaner:innen befassen.
Verwendete Quellen:
info-usa.de: "Juneteenth"
Nachrichtenagentur dpa
Deutschlandfunk: "Für ein Amerika ohne Sklaverei"
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