Versprechen auf dem Prüfstand
Verbraucherzentrale prüft Super-Sparpreis-Aktion der Deutschen Bahn: Wann Tickets wirklich billig sind
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
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Videoclip • 01:56 Min • Ab 12
Für 18 Euro von München nach Berlin? Das garantiert zumindest eine Aktion der Deutschen Bahn. Nun hat die Verbraucherzentrale geprüft, inwiefern die DB ihr Super-Sparpreis-Versprechen hält – und wann du wirklich an billige Tickets kommst.
Das Wichtigste in Kürze
Der "Super-Sparpreis" ist das billigste Ticketangebot der Deutschen Bahn (DB).
Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale ergab, dass die tatsächlichen Preise nur an etwa vier Tagen dem beworbenen Sparpreis entsprechen.
Die Vorständin des Verbands kritisierte die Preisgestaltung der Bahn im Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), während die DB Mängel an der Messung beklagte.
Bahnfahren zum Super-Sparpreis: Das verspricht zumindest die günstigste Ticket-Option der Deutschen Bahn (DB). Laut einer Sprecherin des Unternehmens gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) seien aktuell so viele Billigtickets wie noch nie auf dem Markt – aber auch wirklich zum angegebenen Sparpreis?
Auch in den News:
Fahrten bis zu 157 Prozent teurer als beworben
"Super-Sparpreis": So heißt das günstigste Ticketangebot im Fernverkehr der DB. Der genaue Preis erfolgt je nach Nachfrage und Buchungszeitpunkt – damit variieren die Werte teils erheblich. Das zeigt auch eine Untersuchung der Verbraucherzentrale des Bundesverbands, über die die FAZ berichtete. Im Zuge der Erhebung habe man die Preise über 23 Monate bis Ende April verfolgt.
Das Ergebnis: Nur an knapp jedem vierten Tag entsprachen die erfassten Preise dem sogenannten Super-Sparpreis oder lagen sogar darunter. Vor allem tagsüber ist die Chance auf ein Schnäppchen gering: An drei Vierteln der Tage war das auf der DB-Website beworbene günstigste Angebot zwischen 7 und 19 Uhr laut Verbraucherschutz nicht verfügbar gewesen. Stattdessen lag der Preis der Auswertung zufolge teils 15, teils aber auch 157 Prozent über dem Werbepreis.
Wann Bahnfahren wirklich günstig ist
Am günstigsten sind die Karten laut Untersuchung am späten Nachmittag und an den Wochentagen Dienstag und Mittwoch. Freitags und sonntags läge der Preis im Gegensatz dazu sogar bei durchschnittlich 71 Prozent darüber.
Ramona Pop, die Verbandschefin der Zentrale, kritisierte das Preissystem der Deutschen Bahn gegenüber der FAZ. Die Gestaltung der Kosten müsse einfacher und transparenter erfolgen. "Wer mit besonders günstigen Preisen wirbt, sollte gewährleisten, dass diese öfter auch zu üblichen Reisezeiten verfügbar sind", so die Vorständin.
Eine Sprecherin der Bahn spricht im Bericht der FAZ indessen von "erheblichen methodischen Mängeln" der Untersuchung. "Gerade in den Tagesrandlagen gibt es besonders viele günstige Tickets", heißt es weiter. Der Erhebungszeitraum zwischen 7 und 19 Uhr blende wichtige Pendlerverbindungen aus, etwa Sprinterfahrten um kurz nach 6 Uhr und Direktverbindungen abseits der großen Städte.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Verbraucherzentrale Bundesverband: "Bahnpreise: Werbung günstig, Realität teurer?"
FAZ: "Supersparpreise oft nicht verfügbar"
DB Navigator: Von München nach Berlin am Mittwoch, 2. September
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