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Krebsauslösend, leberschädigend: Öko-Test weist Schadstoffe in Gleitgel nach

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich

Videoclip • 01:35 Min • Ab 12


Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" hat Gleitgele auf problematische Inhaltsstoffe untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass einige Produkte gesundheitsschädlich sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • "Öko-Test" hat wasserbasierte Gleitgele analysiert.

  • Von den 24 untersuchten Produkten erhielten neun die Bestnote.

  • Ein Gleitgel wurde mit "ungenügend" bewertet, zwei weitere mit "mangelhaft".

Ausgerechnet Gleitgele können gesundheitsschädlich sein, obwohl sie an äußerst sensiblen Körperstellen zum Einsatz kommen. Das Verbrauchermagazin hat 24 wasserlösliche Produkte einer umfassenden Schadstoff-Analyse unterzogen. Dabei fielen drei Gleitgele durch, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Der Großteil der Gele schnitt jedoch "gut" oder "sehr gut" ab.

Wie der Test ergab, sind teure Gleitgele nicht immer die besten. Die zwei "mangelhaften" und das eine "ungenügende" Gel lagen dpa zufolge mit jeweils rund zehn Euro pro 100 Milliliter knapp über dem Preisdurchschnitt der getesteten Produkte. Die Preisspanne bewegte sich pro 100 Milliliter zwischen 2,99 und 16,66 Euro. Ein Viertel der getesteten Produkte für den Intimbereich kostete unter vier Euro.


Bedenkliche Konservierungsstoffe nachgewiesen

Das teuerste Gel im Test erreichte gerade mal die Note "befriedigend". Es wurde wegen des Inhaltsstoffes Propylparaben abgewertet, der eine hormonähnliche Wirkung haben kann. Als "ungenügend" eingestuft wurde das Gleitgel "Super Rutscher Sex Max" vom Hersteller Joydivision, das als besonders "hautfreundlich" beworben wird, auch bei häufiger Anwendung. "Öko-Test" kritisiert jedoch, dass es mit dem Formaldehyd-Abspalter Imidazolidinyl-Urea konserviert wird.

Im Labor wurde in diesem Produkt freies Formaldehyd nachgewiesen, das als krebserregend gilt sowie schon in kleinen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann. Der Hersteller sicherte den Verbraucherschützer:innen zu, den Warnhinweis auf noch lagernden Tuben per Aufkleber ergänzt zu haben und zukünftig vollständig auf Imidazolidinyl-Urea verzichten zu wollen.

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Günstige Produkte teilweise "sehr gut"

Andere Testprodukte wurden kritisiert, da sie Phenoxyethanol als Konservierungsmittel einsetzen. Tierversuche ergaben Hinweise auf eine mögliche leberschädigende Wirkung des Stoffes, weshalb er laut Kosmetikverordnung in gebrauchsfertigen Produkten nur bis zu einer Konzentration von einem Prozent enthalten sein darf. Zwei Gleitgele im Test überschreiten diesen Grenzwert und wurden dafür mit "mangelhaft" bewertet.

Hingegen befinden sich unter den günstigen Gleitgelen für weniger als vier Euro pro 100 Milliliter drei "sehr gute" Produkte. Dabei handelt es sich um folgende Produkte: "Preventivo Gleitgel wasserbasiert" von Rossmann (Amor Gummiwaren), "Waterglide Feel" von Amor Gummiwaren sowie "Chaps Gel" von Med Device.


Verwendete Quellen:

oekotest.de: "Gleitgele im Test: Manche sind Spaßbremsen – bedenkliche Stoffe gefunden"

Öko-Test: Pressemitteilung

Nachrichtenagentur dpa

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