US-Wahl

Comeback mit Kampfansage: Ist Kamala Harris 2028 die größte Gefahr für Trump?

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Erwägt Kamala Harris US-Präsidentschaft?

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


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Kamala Harris erwägt eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2028 und attackiert Donald Trump als "Mafiaboss", der die Macht der USA "ausgehöhlt" habe. In der Partei wächst zugleich der Ruf nach neuen Gesichtern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kamala Harris hat in New York erklärt, sie denke über eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2028 nach.

  • In Reden in Detroit und bei der NAN‑Konferenz griff sie Donald Trump ungewöhnlich scharf an, nannte ihn einen "Mafiaboss".

  • Außerdem warf sie ihm eine "korrupteste und inkompetenteste" Regierung, den Einstieg in einen unerwünschten Iran‑Krieg und höhere Benzinpreise vor.

Bei einem Auftritt in New York hat die frühere US‑Vizepräsidentin Kamala Harris Spekulationen über ein politisches Comeback befeuert. Auf die Frage des Bürgerrechtlers Al Sharpton, ob sie 2028 noch einmal für das Weiße Haus kandidieren werde, antwortete die Demokratin: Sie denke darüber nach und "vielleicht" werde sie antreten. Sie wolle eine Bewerbung danach beurteilen, wer 2028 "die beste Arbeit für das amerikanische Volk leisten" könne.

Harris war 2024 Präsidentschaftskandidatin der Demokraten und unterlag Amtsinhaber Donald Trump, der seit Januar 2025 seine zweite Amtszeit absolviert. Zuvor war sie Vizepräsidentin an der Seite von Joe Biden. Bereits 2019 hatte sie einen ersten Anlauf für die demokratische Kandidatur unternommen, zog sich damals aber vor den Vorwahlen zurück.


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Harris denkt offen über Kandidatur nach

Mit ihren jüngsten Aussagen positioniert sich Harris sichtbar im Feld möglicher Kandidat:innen für 2028. Neben ihr werden immer wieder Namen wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro, der frühere Verkehrsminister Pete Buttigieg oder Illinois’ Gouverneur JB Pritzker genannt.

Umfragen zeigen jedoch, dass viele Wähler:innen nach der Niederlage gegen Trump eine personelle Erneuerung an der Spitze der Demokratischen Partei wünschen. Gleichzeitig deuten aktuelle YouGov‑Daten darauf hin, dass Harris in einem hypothetischen Vorwahlrennen der Demokraten derzeit vorn läge. Traditionell steigen mögliche Kandidat:innen meist nach den Zwischenwahlen offiziell ins Rennen ein.

Scharfe Attacken auf Trumps Iran-Politik

Inhaltlich sucht Harris ebenfalls die offene Konfrontation mit Trump. Bei einer Rede in Detroit, organisiert vom "Democratic Women’s Caucus" im US‑Repräsentantenhaus, bezeichnete sie die aktuelle Regierung als "die korrupteste, gefühlloseste und inkompetenteste Präsidentschaftsregierung in der Geschichte der Vereinigten Staaten".

Mit Blick auf den Iran‑Krieg warf sie Trump vor, er sei "in einen Krieg eingetreten" und dabei von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu "hineingezogen" worden. Es handele sich um einen Konflikt, den die Amerikaner:innen nicht wollten und der US‑Soldat:innen unnötig in Gefahr bringe. Zu den Folgen zählte sie explodierende Benzinpreise und sagte, die Menschen in den USA zahlten im Schnitt "mindestens 15 Dollar mehr", um ihren Tank zu füllen.

Harris kritisierte außerdem, Trump missachte "die Bedeutung der Aufrechterhaltung internationaler Regeln und Normen wie Souveränität und territoriale Integrität" und habe Amerika für seine Verbündeten "unzuverlässig" wirken lassen. Er habe "jeden Einfluss ausgehöhlt", den die USA gehabt hätten, um zu wichtigen Fragen überhaupt noch glaubwürdig sprechen zu können.

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    Bild: Reuters


"Mafiaboss" als wiederkehrendes Bild

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt eine Formulierung, die Harris schon mehrfach benutzt hat. Sie sagte, Trump verstehe nicht, wie "wahre Stärke" aussehe, und kompensiere das ständig, indem er sich aufführe, als sei er "eine Art Mafiaboss".

Bereits zuvor hatte sie Trumps Außenpolitik mit einem Paten‑Szenario verglichen: Wenn er "America First" sage, ziehe er sich aus Beziehungen zurück, um dann aufzutreten wie ein Boss, der Einflusszonen unter starken Staaten aufteile – etwa nach dem Muster: "Ihr nehmt Osteuropa, ich nehme die westliche Hemisphäre, ihr dort drüben bekommt Asien und wir teilen das einfach auf."

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Ob Harris tatsächlich noch einmal antritt, hängt von mehreren Faktoren ab: ihrem eigenen politischen Standing, der wirtschaftlichen und außenpolitischen Lage in den USA – und davon, ob jüngere oder bislang weniger profilierte Demokrat:innen genug Unterstützung sammeln. In Teilen der Basis gibt es Skepsis, ob eine Kandidatin, die bereits gegen Trump verloren hat, ihn beim zweiten Mal schlagen kann.

Gleichzeitig bietet ihre Biografie als erste weibliche Vizepräsidentin und Schwarze Frau in diesem Amt nach wie vor ein starkes Symbol. Ihre jüngsten Auftritte deuten darauf hin, dass Harris diese Karte 2028 erneut ausspielen könnte – diesmal mit deutlich schärferen Tönen gegenüber Trump und einer klareren Positionierung in außenpolitischen Fragen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

Newsweek: "Kamala Harris Warns 'Mob Boss' Donald Trump Has 'Eroded' US Power"

Frankfurter Rundschau: "Kamala Harris rechnet mit "Mafiaboss" Trump ab und deutet Comeback an"

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