"Ihr verhandelt mit euch selbst"
Iran lehnt US-Plan für Kriegsende ab: Das sind die Forderungen
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von Jana Wejkum:newstime
Trump: Iran wird auf Atomwaffen verzichten
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Deal oder nicht? Die Regierungen in Washington und Teheran widersprechen sich. Jetzt hat sich der Iran mit einer spöttischen Absage zu Wort gemeldet.
Das Wichtigste in Kürze
Die USA soll Medienberichten zufolge einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs vorgelegt haben, in dem sie weitreichende Forderungen an die iranische Führung auflistet.
Der Iran dementierte, dass es einen Deal geben könnte, und behauptete, die USA würden mit sich selbst verhandeln.
Es gab weitere Angriffe des Iran im Persischen Golf – unterdessen bereitet das Pentagon möglicherweise eine Bodenoffensive vor.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs vorgelegt. Das berichten US-Medien wie das Portal "Axios" und die "New York Times". Gleichzeitig sollen offenbar Tausende Soldat:innen einer Luftlandedivision in den Nahen Osten verlegt werden.
Trump behauptete, dass der Iran angeblich "unbedingt einen Deal abschließen" möchte. Es gibt Berichte über ein mögliches Treffen zwischen den beiden Kriegsparteien. Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance sollen an den Verhandlungen beteiligt sein.
Iran über Deal: "Weder jetzt noch irgendwann sonst"
Die iranische Militärführung dementierte am Mittwoch (25. März) die zuversichtliche Darstellung aus dem Weißen Haus. Es werde keinen Deal mit der US-Regierung geben, "weder jetzt noch irgendwann sonst", sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija. "Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen."
Spöttisch verwies er auf die widersprüchlichen Aussagen Trumps, der von angeblichen "produktiven Gesprächen" mit dem Iran berichtet hatte: "Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt." Es gilt also als unwahrscheinlich, dass Teheran den 15-Punkte-Plan akzeptiert, zumal er dem Iran weitreichende Zugeständnisse abverlangt.
Raketen, Atomprogramm, Straße von Hormus: Das fordern die USA
Der 15-Punkte-Plan listet Berichten zufolge unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms als Friedensbedingung auf. Iran solle sich auf einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen einlassen. Das bereits angereicherte Uran müsse abgegeben werden. Damit würde die Möglichkeit für den Iran, Atomwaffen herzustellen, entfallen. Zudem solle die Straße von Hormus wiedereröffnet werden. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, würden im Gegenzug die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe "Axios" zufolge Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt. Sie seien bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben. Bestätigen ließen sich diese Berichte nicht. Wie Israel als wichtiger Partner der USA zu einem Abkommen steht, ist offen.
Iran stellt eigene Forderungen – Angriffe im Persischen Golf
Die iranischen Revolutionsgarden haben dem "Wall Street Journal" zufolge eine eigene Vorstellung davon, unter welchen Bedingungen Frieden möglich sei. Die USA solle alle US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf räumen, heißt es. Für eine Passage durch die wichtige Schifffahrtsstraße von Hormus solle künftig eine Mautgebühr fällig werden. Die iranische Blockade der Meerenge sorgt seit Wochen für steigende Öl- und Gaspreise weltweit. Die USA dürften derartige Forderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit ablehnen.
Zahlreiche Angriffe auf arabische Staaten im Persischen Golf zeigen, dass sich die iranische Führung derzeit offenbar nicht auf Friedensgespräche einlassen will. Am internationalen Flughafen von Kuwait setzte eine iranische Drohne ein Treibstofflager in Brand. In Saudi-Arabien und Bahrain gab es ebenfalls Luftalarm, einige Drohnen und eine Rakete seien abgefangen worden.
Weitere News:
Pentagon antwortet mit Truppenverlegung
Die USA führten ihrerseits Luftangriffe auf den Iran, bei denen Berichten zufolge mindestens sieben Zivilist:innen ums Leben kamen. Das US-Verteidigungsministerium ordnete Medienberichten zufolge an, eine Luftlandedivision mit 2.000 bis 3.000 Soldat:innen in den Nahen Osten zu verlegen. Diese Soldat:innen könnten im Fall eines Bodeneinsatzes mit Fallschirmen in feindlichem Gebiet landen.
Ob es einen solchen Einsatz geben wird, ist noch Spekulationssache. Trump könnte mit Bodentruppen einen der wichtigsten Ölexporthäfen des Irans auf der Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, so die Vermutung. Dieser könnte als Druckmittel gegen den Iran dienen, weil das Land dann fast kein Öl mehr exportieren könnte.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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