FBI-Protokoll
Hat Trump Epstein bei der Polizei verpfiffen?
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von Joachim VonderthannEin jetzt gesichtetes FBI-Protokoll legt nahe, dass der heutige US-Präsident Trump im Jahr 2006 gegen den später verurteilten Sexualstraftäter Epstein ausgesagt hat.
Bild: Led By Donkeys/PA Media/dpa
Die kürzlich veröffentlichte Epstein-Akten liefern neue Erkenntnisse zum Verhältnis des Sexualstraftäters zu Donald Trump. Der soll Epstein 2006 bei der Polizei angeschwärzt haben.
Das Wichtigste in Kürze
Donald Trump soll Jeffrey Epstein 2006 bei der Polizei gemeldet und vor ihm gewarnt haben.
"Gott sei Dank stoppen Sie ihn", betonte Trump laut Aussageprotokoll seinerzeit.
Wenige Jahre zuvor äußerte sich der heutige US-Präsident noch komplett anders.
Wie geartet war die Beziehung zwischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump? Zu dieser brisanten Frage gibt es nun offenbar neue Erkenntnisse. Laut einem Protokoll des damaligen Polizeichefs von Palm Beach, Michael Reiter, soll Trump bereits im Jahr 2006 entscheidende Informationen über Epstein an die Behörden weitergegeben haben. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Ermittlungen gegen den später verurteilten Sexualstraftäter eingeleitet. Der Vorwurf: Epstein soll eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen haben.
Trump: Epstein sei "widerlich"
Laut Aussageprotokoll hat Trump damals aktiv Kontakt zur Polizei gesucht und erklärt, dass Epstein aus seinem Club in Mar-a-Lago geworfen worden sei. Weiter sagte er : "Gott sei Dank stoppen Sie ihn. Jeder weiß, dass er das getan hat." Diese Aussagen stammen einem "Bild"-Bericht zufolge aus einem Gespräch, das der Polizeichef acht Tage nach Epsteins Tod im Jahr 2019 gegenüber FBI-Agent:innen zu Protokoll gab. Auch soll Trump angemerkt haben, dass in New York bekannt sei, wie "widerlich" Epstein sei.
Der Polizeichef hielt weiter fest: „Trump war einer der allerersten, die anriefen, als die Leute herausfanden, dass gegen Epstein ermittelt wurde." Zudem soll Trump berichtet haben, dass er einmal in Epsteins Nähe gewesen sei, während auch Teenager:innen anwesend waren – woraufhin er sich sofort entfernt habe.
Trump äußerte sich zuvor ganz anders über den Sexualstraftäter
Der "Miami Herald" berichtet, dass der damalige Polizeichef Reiter bestätigt habe, das Telefonat mit Trump geführt zu haben. Darüber habe er später beim FBI ausgesagt. Reiter spielt eine Schlüsselrolle bei den Ermittlungen gegen Epstein in Florida.
Die neu aufgetauchten Details spiegeln Trumps ambivalente Haltung gegenüber Epstein. Rund vier Jahre vor seiner Aussage gegen Epstein hatte Trump noch ganz anders geklungen. Im Jahr 2002 sagte der Immobilienmogul dem "New York Magazine", Epstein sei jemand, mit dem es "viel Spaß mache, Zeit zu verbringen". Er fügte hinzu: "Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger."
Das "Wall Street Journal" berichtete zudem im September des vergangenen Jahres, dass Trump 2003 angeblich einen "Schamhaar-Brief "an Epstein geschickt habe. Der Brief enthielt eine Zeichnung einer nackten Frau, signiert mit "Donald" im Intimbereich des gezeichneten Frauenkörpers. Trump distanzierte sich entschieden von dem Bild und behauptete: "Ich habe in meinem Leben noch nie ein Bild gezeichnet. Ich zeichne keine Frauen."
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Verwendete Quellen:
Bild: "Trump soll Epstein bei Polizei verraten haben"
Nachrichtenagentur dpa
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