Hoher Krankenstand
Gesundheitsministerin verteidigt Krankschreibung per Telefon gegen Kritik von Merz
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Merz kritisiert Krankenstand als zu hoch (17. Januar)
Videoclip • 01:30 Min • Ab 12
Merz bekräftigt seine Kritik am hohen Krankenstand durch die telefonische Krankschreibung. Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller verteidigt nun die Regelung und verweist auf Beschäftigungszuwachs.
Friedrich Merz hat den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand der Deutschen kritisiert. Insbesondere die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung führe zu diesen hohen Zahlen. Die parteilose Gesundheitsministerin Brandenburgs, Britta Müller, verteidigt die Regelung nun und argumentiert gegen den Bundeskanzler: "Sie ermöglicht eine ärztliche Einschätzung ohne unnötige Wege und entlastet die Arztpraxen insbesondere in Zeiten hoher Infektionszahlen".
In einem Interview der "Märkischen Allgemeinen" nannte die ehemalige BSW-Politikerin noch weitere Gründe. "Wir haben heute deutlich mehr ältere Beschäftigte, und wir sehen zugleich veränderte Krankheitsbilder". Außerdem würden psychische Erkrankungen zunehmen und zu deutlich längeren Arbeitsausfällen als andere Erkrankungen führen.
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Regelungen zur telefonischen Krankschreibung auf dem Prüfstand
Ein automatisches Risiko des Missbrauchs sei laut Britta Müller nicht gegeben, entscheidend sei, "dass die Patientinnen und Patienten dem behandelnden Arzt bekannt sind". Die Ärztin oder der Arzt würden letztendlich entscheiden, ob ein persönlicher Kontakt notwendig sei.
Nach der Kritik des Kanzlers werden die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung nun durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) überprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Märkische Allgemeine: "Die telefonische Krankschreibung ist keine Ursache steigender Fehlzeiten"
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